Die Geschichte des Trikots

Das Sporttrikot im Wandel der Zeit

Vom Baumwollhemd bis zur High-Tech-Sportkleidung. Wir blicken auf die mehr als hundertjährige Geschichte des Trikots zurück, in der sich nicht nur das Material des Sportlerleibchens, sondern auch seine Gestaltung deutlich verändert hat.

Collage von Sportlern in einer Halle vor 100 Jahren, von Radfahrern vor 100 Jahren und von einem modernen Sporttrikot aus der heutigen Zeit

Das Trikot – eine Begriffsgeschichte

Der Begriff Trikot kommt vom französischen „tricot“ beziehungsweise „tricoter“ = „stricken“ und bezeichnet ursprünglich ein spezielles Gewirk. Die frühen Trikots wurden aus Kammgarn hergestellt, das man auch für Mantelstoffe verwendete. Durch eine spezielle Textiltechnik, die Trikotbindung, wurde der Stoff elastisch. Auf diese wesentliche Eigenschaft spielt auch die Definition an, die der Duden verwendet: „Trikot: meist eng anliegendes Kleidungsstück, das sich am Körper dehnt und besonders bei sportlichen Betätigungen getragen wird“.

Von Wolle zu Funktionstextilien: Eine Materialgeschichte des Trikots

Während die alten Griechen ihre Wettkämpfe in Olympia noch nackt bestritten, zogen es die Sportler der Neuzeit vor, bekleidet Sport zu treiben. Die Sportoberbekleidung machte seit dem Aufkommen des Breitensports im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit einen entschiedenen Wandel durch. Werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Sports und damit die Geschichte des Trikots.

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Turnerbewegung im 19. Jahrhundert

Das Turnen gewann im Deutschland des 19. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. Den Grundstein dafür legte der „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), der 1811 bei Berlin den ersten Turnplatz der Welt unter dem Motto „frisch, fromm, fröhlich, frei“ eröffnete und damit die deutschlandweite Gründung von Turnvereinen in Gang setzte.

Postkare von 1845 von einem Turnfest mit Ringern, die in langer Hose und langem Hemd Sport treiben
Lange Hemden und Hosen: So trieb man 1845 beim Turnfest in Reutlingen Sport.

Während die ersten Turner unter Jahns Aufsicht einheitlich graue Leinenkleidung trugen, ging man im ausgehenden 19. Jahrhundert zu Baumwollhemden über. Mit dem Aufkommen von Mannschaftssportarten wurde es notwendig, die Spieler optisch voneinander zu unterscheiden: Also färbte man ihre Hemden in unterschiedlichen Farben ein, nähte Spielernummern auf und versah sie mit Vereinswappen.

Sportler auf einem schwarz-weiß Foto in einer Turnhalle in langen Hosen und Hemden
Auch 1880 war man noch weit von den heute üblichen Sporttrikots entfernt.

Die Olympischen Sommerspiele und die Entwicklung der Sportbekleidung

Die Wiedereinführung der Olympischen Spiele sorgte für die Weiterentwicklung spezieller Oberbekleidung für Sportler. 1896 fand die erste Olympiade der Neuzeit in Athen statt.

Schwarz-weiße Fotos von einem Diskuswerfer und einem stehenden Sportler mit enganliegenden Sporthemden
Ob Diskuswerfer oder Tennis-Champion: Die Teilnehmer der Olympischen Spiele 1896 trugen Vorläufer heutiger Sporttrikots.

Ein Blick auf die Bilder, die der deutsche Fotograf Albert Meyer in Athen aufnahm, zeigt sehr deutlich, dass es 1896 noch keine einheitlichen Bekleidungsvorschriften für die Sportler gab. Nicht einmal Sportler derselben Nation, wie die französischen Radfahrer Léon Flameng (rechts) und Paul Masson, trugen Einheitskleidung:

Radfahrer auf schwarz-weiß Foto mit Fahrrädern und enganliegender Sportbekleidung
Die Sportkleidung von 1896 wurde aus gewirkter Wolle oder Baumwolle hergestellt.

Das änderte sich jedoch schon bald. Bei den Londoner Spielen im Jahr 1908 gab es bereits bestimmte Kleidungsvorschriften für die Teilnehmer, die in allen Umkleiden aushängen mussten. So hieß es in den Richtlinien für den Marathonlauf:

„Jeder Wettbewerbsteilnehmer muss ein Trikot mit Ärmeln und lockere, knielange Hosen tragen, und jeder Teilnehmer, der nicht ordnungsgemäß gekleidet ist, wird ausgeschlossen. [...] Jeder Teilnehmer soll […] seine Teilnehmernummer auf Rück- und Vorderseite tragen.“

(Quelle: The Fourth Olympiad, London, 1908, Seite 404)

Bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bestanden die Sportlertrikots vorwiegend aus Baumwoll- beziehungsweise Woll-Jersey, einem weichen, dehnbaren Maschenstoff. Daher stammt auch die englische Bezeichnung „jersey“ für „Trikot“. (Coco Chanel hatte diesem Textil übrigens 1916 zum Durchbruch in der Oberbekleidung verholfen.)

Vormarsch der synthetischen Sportbekleidung

Die Entwicklung von synthetischen Fasern wie Nylon, Polyester und Elastan (auch als Spandex oder Lycra bezeichnet) revolutionierte zwischen den 1930er und 1960er Jahren die Textilindustrie – und damit auch die Sportkleidung. Elastische Kunstfasern wurden dank ihrer speziellen Eigenschaften wie Reißfestigkeit oder Dehnbarkeit zunehmend bei der Herstellung von Sporttrikots eingesetzt.

Läufer laufen im Ziel ein bei der Olympiade 1964
Für die Trikots der Olympiasportler, hier Läufer 1964, wurden zunehmend Kunstfasern wie Nylon, Polyester und Elastan eingesetzt.

In den 1970er Jahren trugen alle Top-Sportler hautenge, elastische Trikots aus Elastan und Polyester. Auch außerhalb des Sports wurden synthetische, dehnbare Stoffe mit schimmernder Oberfläche hochmodern und bestimmten die Mode der Zeit.
Die ersten Trikots aus Chemiefasern boten den Sportlern allerdings wenig Tragekomfort. Die Textilforschung setzte sich daher in den vergangenen vier Jahrzehnten zunehmend mit der Optimierung von Sportkleidung und den Eigenschaften der verschiedenen Materialien auseinander.

Trikots heute

Nähte man vor über hundert Jahren die Spielernummern noch händisch auf die Sporthemden, werden die heutigen Trikots mit ausgeklügelten Verfahren bedruckt. Bei owayo setzen wir auf ein spezielles, patentiertes Verfahren. Die Atmungsaktivität und Elastizität des Trikotstoffes wird im Druck nicht beeinträchtigt.
Denn optimaler Feuchtigkeitstransport, ein angenehmes Tragegefühl, Robustheit und viele weitere Eigenschaften machen heute hochwertige Sporttrikots aus. Wir verwenden daher ausschließlich Stoffe renommierter europäischer Hersteller.

Sporttrikots von owayo

RADTRIKOTS C5 PRO HERREN | FUSSBALLTRIKOTS F6 HERO | LAUFSHIRT R5 PRO

Wussten Sie schon, dass Sie sich bei uns vorab von der Qualität unserer Trikotstoffe überzeugen können? Wir senden Ihnen auf Wunsch gerne Infomaterial und Stoffproben zu! Wählen Sie einfach Ihre Sportart aus und bestellen Sie unser Infomaterial unter der Kategorie „Service“.
Wir hoffen, unser Rückblick auf die Geschichte des Trikots hat Ihnen gefallen, und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß beim Sporttreiben!

Bilder: Bild 1: Wikimedia Commons, CCO und Owayo; © Wikimedia Commons, CCO; Bild 2: © Wikimedia Commons, CCO; Bild 3 und 4: © Albert Meyer, Wikimedia Commons (CCO); Bild 5: © Official Marine Corps Photo # A411758, Wikimedia Commons (CC0); Bild 6: owayo.de; Bild 7: © Ludovic Péron, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

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