Eishockey-Weltmeisterschaften früher und heute

Die Eishockey-Weltmeister der Vergangenheit & Wissenswertes zum WM-Turnier

Alle Jahre wieder: Die Eishockey-Weltmeisterschaft findet seit beinahe hundert Jahren jährlich statt. Blicken Sie mit uns auf die acht Nationen, die sich bisher mit dem Titel Eishockey-Weltmeister schmücken durften und erfahren Sie Wissenswertes rund um die WM.

Arena bei Eishockey-Weltmeisterschaften

Historie: Eishockey-Weltmeister von 1920 bis heute

Wer gewann eigentlich die erste Weltmeisterschaft im Eishockey? War Russland oder Kanada häufiger Eishockey-Weltmeister? Und welches Land galt als Überraschungssieger bei einer WM? Die Antworten lesen Sie hier!

Die Eishockey-Weltmeister im Überblick

Entdecken Sie die Weltmeister der Vergangenheit, von der ersten Eishockey-WM im Jahr 1920 bis zur Gegenwart:

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Jahr - Eishockey-Weltmeister
1920 - Kanada
1921 -
1922 -
1923 -
1924 - Kanada
1925 -
1926 -
1927 -
1928 - Kanada
1929 -
1930 - Kanada
1931 - Kanada
1932 - Kanada
1933 - USA
1934 - Kanada
1935 - Kanada
1936 - Großbritannien
1937 - Kanada
1938 - Kanada
1939 - Kanada
1940 -
1941 -
1942 -
1943 -
1944 -
1945 -
1946 -
1947 - Tschechoslowakei
1948 - Kanada
1949 - Tschechoslowakei
1950 - Kanada

Wussten Sie schon? Die Eishockey-Weltmeisterschaft wurde bis 1930 im Rahmen der Olympischen Spiele ausgetragen, die in den Jahren 1920, 1924 und 1928 stattfanden. So erklären sich die Lücken in den 1920er Jahren in der obigen Tabelle.
Der 2. Weltkrieg sorgte für eine längere Pause: 1940 bis 1946 fand keine Eishockey-WM statt. In den 1980er-Jahren fiel die WM dreimal wegen der Winterolympiade aus.

Jahr - Eishockey-Weltmeister
1951 - Kanada
1952 - Kanada
1953 - Schweden
1954 - UdSSR
1955 - Kanada
1956 - UdSSR
1957 - Schweden
1958 - Kanada
1959 - Kanada
1960 - USA
1961 - Kanada
1962 - Schweden
1963 - UdSSR
1964 - UdSSR
1965 - UdSSR
1966 - UdSSR
1967 - UdSSR
1968 - UdSSR
1969 - UdSSR
1970 - UdSSR
1971 - UdSSR
1972 - Tschechoslowakei
1973 - UdSSR
1974 - UdSSR
1975 - UdSSR
1976 - Tschechoslowakei
1977 - Tschechoslowakei
1978 - UdSSR
1979 - UdSSR
1980 -
1981 - UdSSR
1982 - UdSSR
1983 - UdSSR
1984 -
1985 - Tschechoslowakei
1986 - UdSSR
1987 - Schweden
1988 -
1989 - UdSSR
1990 - UdSSR
1991 - Schweden
1992 - Schweden
1993 - Russland
1994 - Kanada
1995 - Finnland
1996 - Tschechien
1997 - Kanada
1998 - Schweden
1999 - Tschechien
2000 - Tschechien
2001 - Tschechien
2002 - Slowakei
2003 - Kanada
2004 - Kanada
2005 - Tschechien
2006 - Schweden
2007 - Kanada
2008 - Russland
2009 - Russland
2010 - Tschechien
2011 - Finnland
2012 - Russland
2013 - Schweden
2014 - Russland
2015 - Kanada
2016 - Kanada
2017 - Schweden
2018 - Schweden
2019 - Finnland

Eishockey-Spieler schießt bei der Eishockey-Weltmeisterschaft aufs Tor
Bei den Eishockey-Weltmeisterschaften stehen sich die besten Nationalteams auf dem Eis gegenüber.

Das sind die erfolgreichsten Eishockey-Nationen

Die Liste der Eishockey-Weltmeister seit 1920 zeigt es bereits: eine Handvoll Nationen machen sich regelmäßig den ersten Platz streitig. Erfahren Sie hier mehr über die bisherigen Sieger der Eishockey-Weltmeisterschaften.

1. Russland/UdSSR

Mit bislang 27 Goldmedaillen beherrscht Russland, ehemals Sowjetunion (UdSSR), den ersten Platz im Medaillenspiegel. Dabei waren die Russen gewissermaßen Spätzünder: Während rund dreißig Jahre lang angelsächsische Nationen, allen voran Kanada, WM-Siege einfuhren, startete die Sbornaja (russisch für Auswahlmannschaft) erst seit der Eishockey-Weltmeisterschaft von 1954 durch.

Berühmt-berüchtigt war Trainer Wiktor Tichonow, der die sowjetische Auswahl zwischen 1978 und 1990 achtmal zum WM-Sieg führte. Sein Trainer-Regime war hart und diktatorisch – er ohrfeigte seine Spieler gar öffentlich. Auf der anderen Seite schuf Tichonow eine Mannschaft, die das Eishockeyspiel in Perfektion beherrschte und als „rote Maschine“ betitelt wurde.

2. Kanada

Die Eishockey-Nation Kanada ist Russland dicht auf den Fersen: das nordamerikanische Land blickt stolz auf bisher 26 Titel bei den Eishockey-Weltmeisterschaften zurück. Schon aus der ersten Eishockey-Weltmeisterschaft im Jahr 1920 gingen die Kanadier als Sieger hervor – im Finale übertrumpften sie die Schweden 12:1.

3. Tschechien/Tschechoslowakei

Platz Drei der erfolgreichsten Eishockey-Nationen geht an…Tschechien! Insgesamt zwölf WM-Siege holte sich das Land bisher. Für die Eishockey-Nation Tschechien, ehemals Tschechoslowakei, begann der WM-Erfolg 1947, als das Nationalteam die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land gewann. 1949 folgte der zweite Sieg. In den Jahren 1999-2001 gewannen die Tschechen gar drei Mal in Folge.

Puck und Eishockeyschläger symbolisieren Eishockey-WM
Der Kampf um den Puck: Die besten Nationalmannschaften gewinnen ihn.

4. Schweden

Unter den Top Vier befindet sich eine skandinavische Nation: Schweden hat seit 1953 elf Weltmeistertitel errungen. Die Tre Kronor (deutsch: drei Kronen) – so wird die Mannschaft seit 1938 wegen des Wappens auf ihren Trikots genannt – gewannen zuletzt die WM 2018: Gegen die Schweiz verteidigten die Schweden ihren WM-Titel von 2017 mit einem 3:2 nach Penalty-Schießen.

5. Finnland

Mit zwei Goldmedaillen bei Eishockey-Weltmeisterschaften wirkt Finnland im Vergleich zu den Weltmeistern Schweden, Tschechien, Kanada und Russland weit abgeschlagen. Dennoch ist die finnische Nationalmannschaft eines der erfolgreichsten Eishockey-Teams. Neben den Goldmedaillen von 1995 in Schweden und 2011 in der Slowakei, holten die Finnen insgesamt elf Mal Silber bei der WM.

Übrigens: Bei der WM 2011 besiegte das finnische Team die erfolgsverwöhnten Schweden mit 6:1 – einer der deutlichsten Siege bei einem Eishockey-WM-Finale!

Wussten Sie schon? Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht bei den Weltmeisterschaften zwar im Schatten der großen Eishockey-Nationen. Bei der WM 2018 gelang dem Team um Trainer Marco Sturm jedoch ein Überraschungsstreich: es besiegte die Favoriten aus Finnland in der Vorrunde mit 3:2 – zum ersten Mal nach 25 Jahren! Einziger Wehrmutstropfen: das Viertelfinale war für die Deutschen dennoch unerreichbar.

6. USA

Die USA wurden ebenfalls zwei Mal Eishockey-Weltmeister, nämlich 1933 und 1960. Dafür holten sie sich insgesamt zwölf Mal Silber und Bronze. Wenn man bedenkt, dass Eishockey in den USA eine der populärsten Sportarten ist, verwundert die geringe Ausbeute an WM-Gold ein wenig. Ob es daran liegt, dass den Amerikanern ihre National Hockey League (NHL) wesentlich mehr am Herzen liegt als die Weltmeisterschaft? Mag sein. Die Superstars der NHL sind zu WM-Zeiten jedenfalls nicht abkömmlich (was natürlich auch andere Nationen betrifft).

Der US-Nachwuchs lässt dagegen hoffen: Die Eishockey-Junioren holten bei den Junioren-WMs von 2004 und 2010 Gold.

Eishockey-Spieler bei der Eishockey-Weltmeisterschaft
Jüngere Spieler treten bei der Junioren-WM oder U18-WM an.

7. Slowakei

Bei der Eishockey-WM 2002 sorgte ein kleines mitteleuropäisches Land für Aufsehen: die Slowakei wurde zum ersten Mal Weltmeister! Das Team um die NHL-Größen Peter Bondra, Ziggy Pálffy und Miroslav Šatan siegte im Finale 4:3 über Russland. Zuvor gewannen die Slowaken bereits ein Mal Bronze und zwei Mal Silber bei Eishockey-WMs.

Wussten Sie schon? Die Slowakei nimmt seit 1994 an Eishockey-Weltmeisterschaften teil, nachdem der Slowakische Staat 1993 unabhängig wurde. Zuvor bildeten Slowakei, Tschechien und Teile der Ukraine die Tschechoslowakei (1918–1992), deren Nationalteam sechs Mal Eishockey-Weltmeister wurde. Aber: Offizieller Nachfolger der tschechoslowakischen Eishockey-Nationalmannschaft wurde die tschechische Nationalmannschaft. So entschied die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) 1992, da in der tschechoslowakischen Nationalmannschaft mehr tschechische als slowakischen Spieler vertreten waren.

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8. Großbritannien

Auch die Briten durften sich schon Eishockey-Weltmeister nennen: immerhin ein Mal holte sich das Team von Großbritannien den WM-Titel. Das war im Jahr 1936, als die Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland, genauer Garmisch-Partenkirchen, ausgetragen wurde. Die Helden der Finalrunde waren Stürmer Gerry Davey, der drei von fünf Toren gegen die Tschechoslowakei erzielte, sowie der starke Torhüter Jimmy Foster. Er ließ den USA kein Tor durchgehen und bescherte somit seiner Mannschaft den WM-Sieg.

Fakten zu den Eishockey-Weltmeisterschaften

Jetzt haben Sie die acht Eishockey-Weltmeister kennengelernt. Aber wie läuft die Eishockey-WM überhaupt ab? Wie häufig wird sie gespielt und in welchem Modus? Wir haben einige der wichtigsten Fakten zur Eishockey-WM unter die Lupe genommen.

Puck in Eishockeyarena
Die die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) legt die Regeln für die WM fest.

Austragungsorte

Die Eishockey-Weltmeisterschaften finden an wechselnden Orten statt. Im ersten Jahr, 1920, war Antwerpen in Belgien Austragungsort. Deutschland bzw. deutsche Städte war insgesamt neun Mal WM-Gastgeber.

Wie oft findet die Eishockey-WM statt?

Die Eishockey-Weltmeisterschaft findet jedes Jahr statt. In den 1920er Jahren gab es die WM nur im Rahmen der Olympischen Winterspiele; seit 1930 wird sie davon unabhängig ausgetragen.

Wussten Sie schon? Bis 1968 galt für die Jahre, in denen die Winterolympiade stattfand, dass das olympische Eishockeyturnier mit der WM gleichzusetzen war. Das Team, das Olympiagold holte, durfte sich also auch gleichzeitig Eishockey-Weltmeister nennen.

Modus

Nach welchen Regeln wird das Turnier gespielt? Die IIHF beschreibt den aktuellen Modus (Stand 2019) auf ihrer Webseite (auf Englisch). Das müssen Sie wissen:

Austragungsmodus: Die Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren findet mit 16 qualifizierten Mannschaften statt. Diese werden in der Vorrunde in zwei Gruppen mit je acht Teams geteilt.

Die Gewinner der Vorrunde treten im Viertelfinale an: die jeweils Gruppenbesten gegen die Teams auf dem vierten Platz sowie die Zweiten gegen die Dritten.

Die Sieger des Viertelfinales ziehen wiederum in das Halbfinale ein. Danach kämpfen die beiden Halbfinalgewinner im Finale um den Weltmeister-Titel.

Übrigens: Bei der Eishockey-Weltmeisterschaften der Damen treten zehn Nationalmannschaften an. Diese werden nach Leistung in zwei abgestuften Gruppen mit je fünf Teams aufgeteilt. Nach der Vorrunde sind alle fünf Teams der Gruppe A sowie die drei punktbesten Mannschaften der Gruppe B für das Viertelfinale qualifiziert. Ab dem Viertelfinale deckt sich der Modus mit der Herren-WM.

Eishockey-Torwart kann den Puck nicht halten
Ab dem WM-Viertelfinale gilt das K.o.-System: Nur der Gewinner kommt in die nächste Runde.

3-Punkte-System: In der Vorrunde werden folgendermaßen Punkte verteilt:

  • Für einen Sieg in der regulären Spielzeit erhält das Gewinnerteam drei Punkte.
  • Ist das Spiel am Ende der regulären Spielzeit von 60 Minuten noch unentschieden, erhalten beide Mannschaften einen Punkt.
  • Nach einem Unentschieden in der Regelzeit geht es in eine maximal 5-minütige Verlängerung (Overtime): fällt ein Tor, ist die Partie beendet („Sudden Death“). Der Gewinner erhält einen weiteren Punkt.
  • Wird die Overtime ebenfalls unentschieden beendet, gibt es ein Penalty-Schießen. Auch hierfür bekommt der Gewinner einen Punkt.
  • In den K.o.-Spielen ab dem Viertelfinale gibt es nach einem Unentschieden in der Regelspielzeit eine Verlängerung von maximal zehn Minuten, im Finale von 20 Minuten. Wird auch dann kein Tor erzielt, kommt es zum Penalty-Schießen.

    Übrigens: In der Verlängerung stehen pro Mannschaft nur vier Spieler auf dem Eis (drei Feldspieler sowie der Torwart).

    Frauen-Eishockey-Weltmeisterschaft

    Eishockey ist reine Männersache? Weit gefehlt! Seit 1990 gibt es auch die Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen. Sie fanden zunächst alle zwei Jahre statt, seit 1999 jedes Jahr – wie bei den Herren. Die Juniorinnen-WM (U18) gibt es seit 2008.

    Frauen-Eishockey-Mannschaft aus Kanada 1921
    In Kanada waren weibliche Eishockey-Teams schon 1921 nichts Ungewöhnliches.

    Übrigens: Eishockey erfreut sich in Kanada bei Frauen großer Beliebtheit – sicherlich auch wegen der großen Erfolge der weiblichen Nationalmannschaft, die bisher 10 Mal die Frauen-Weltmeisterschaft gewann.

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    Weil auch das passende Trikot nicht fehlen darf: Gestalten Sie ein einzigartiges Eishockey-Trikot für sich oder Ihr Team mit dem owayo-Konfigurator – ganz nach Ihren Wünschen.

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    Bilder: Bild 1: © Gettyimages/Dmytro Aksonov; Bild 2: © Gettyimages/Aksonov; Bild 3: © Gettyimages/Rulles; Bild 4: © Gettyimages/Dmytro Aksonov; Bild 5: © Gettyimages/ronniechua; Bild 6: © Gettyimages/Aksonov; Bild 7: © Wikipedia Commons, C00 (gemeinfrei). Expired Credit: Library and Archives Canada/PA-074583