Die häufigsten Eishockey-Strafen & Fouls

Von der Bankstrafe bis zum Strafschuss

Wann wird eine Große Strafe im Eishockey vergeben? Und welche Strafe droht eigentlich beim Bandencheck? Wir erklären Ihnen nicht nur, welche Eishockey-Strafen es gibt und was die gängigsten Eishockey-Fouls sind, sondern verraten Ihnen auch, welche Straf-Rekorde beim Eishockey schon aufgestellt wurden!

Schiedsrichter pfeift bei Eishockey-Foul
Kleine Strafe, Disziplinarstrafe, Penalty & Co.: Beim Eishockey gibt es insgesamt acht verschiedene Strafformen.

  • Welche Eishockey-Strafen gibt es?
  • Liste der gängigsten Eishockey-Fouls
  • Im Folgenden erklären wir Ihnen die von der International Ice Hockey Federation (IIHF) festgelegten Eishockey-Strafen und -Fouls. Als Grundlage dient das IIHF Official Rule Book 2018–2022.

    Welche Eishockey-Strafen gibt es?

    Je nachdem, welches Foul ein Spieler begeht, kann eine der folgenden Strafen verhängt werden.

    Wichtig vorab: Ein Torhüter geht nie auf die Strafbank. Erhält ein Torhüter eine Strafe, muss ein Feldspieler sie für ihn absitzen, der sich zum Zeitpunkt des Fouls auf dem Eis befand. Ausnahmen sind die Spieldauer-Disziplinarstrafe, die Schwere Disziplinarstrafe und die Matchstrafe: Erhält ein Torhüter eine solche Strafe, muss er das Eis verlassen und ein Ersatztorhüter wird eingesetzt.

    Kleine Strafe („minor penalty“)

  • Zeitstrafe: 2 Minuten
  • IIHF-Regel: 501
  • typische Fouls: Behinderung des Torhüters, hoher Stock oder schwache Formen des Stock-Checks
  • Beschreibung: Strafe für kleinere Vergehen
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Die Mannschaft, dessen Spieler bestraft wurde, muss während der Strafzeit mit einem Spieler weniger spielen. Der Spieler darf nach dem Ende der Strafzeit wieder auf das Feld. Das Spiel wird hierfür nicht unterbrochen. Die kleine Strafe kann erlöschen, wenn das gegnerische Team ein Tor schießt und sich zu diesem Zeitpunkt in Überzahl befindet.
  • Besonderheiten: Wenn ein Torhüter sie erhält, muss ein Feldspieler für zwei Minuten auf die Strafbank, der während des Fouls auf dem Eis war.
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    Kleine Bankstrafe („bench-minor“)

  • Zeitstrafe: 2 Minuten
  • IIHF-Regel: 502
  • typische Fouls: Spielverzögerung oder unerlaubter Wechsel.
  • Beschreibung: Zur kleinen Bankstrafe kommt es infolge eines Verhaltens, welches nachteilig für das Spiel ist, oder bei Regelverstößen, die Spieler oder Teamoffizielle von der Spielerbank aus tätigen.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Die Mannschaft, die bestraft wurde, muss während der Strafzeit mit einem Spieler weniger spielen. Der Spieler, der die Strafe absitzt, darf nach dem Ende der Strafzeit wieder auf das Feld. Das Spiel wird hierfür nicht unterbrochen. Die kleine Strafe kann erlöschen, wenn das gegnerische Team ein Tor schießt und sich zu diesem Zeitpunkt in Überzahl befindet.
  • Besonderheiten: Die Strafe richtet sich nicht an einen einzelnen Spieler, sondern gegen das gesamte Team. Damit wird also nicht ein spezifischer Spieler bestraft. Der Trainer der bestraften Mannschaft entscheidet, welcher der Spieler das Eis verlassen muss.
  • Große Strafe („major penalty“)

  • Zeitstrafe: 5 Minuten für das Team + Spieldauer-Strafe für den Spieler
  • IIHF-Regel: 503
  • typische Fouls: Bandencheck oder unerlaubter Körperangriff
  • Beschreibung: Bei der großen Strafe muss der jeweilige Spieler eine Zeitstrafe von 5 Minuten absitzen.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Die Mannschaft, dessen Spieler bestraft wurde, muss während der Strafzeit mit einem Spieler weniger spielen. Der Spieler, der die Strafe absitzt, darf nach dem Ende der Strafzeit nicht sofort wieder auf das Feld, sondern wird von einem anderen Spieler ersetzt. Die Strafe bleibt auch bestehen, wenn das gegnerische Team in der Überzahl ist und dabei ein Tor erzielt.
  • Besonderheiten: Torhüter sind von dieser Strafe ausgeschlossen. Erhält derselbe Spieler innerhalb desselben Spiels eine zweite Große Strafe, wird daraus automatisch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Je nach Ermessen des Schiedsrichters kann es zusätzlich zur Spielsperre kommen.
  • Russischer Eishockeyspieler Denis Kulyash foult Amur-Stürmer Radik Zakiev in der russischen Liga KHL.
    Foul in der russischen KHL: Der Ak-Bars-Verteidiger Denis Kulyash beim Foul an Amur-Stürmer Radik Zakiev am 28. September 2011. Die Behinderung am Torschuss führte zu einem Strafstoß.
    Credit: Alexander Golovko [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

    Disziplinarstrafe („misconduct penalty“)

  • Zeitstrafe: 10 Minuten
  • IIHF-Regel: 504
  • typische Fouls: Beschimpfung von Offiziellen, unsportliches Verhalten
  • Beschreibung: Bei dieser Strafe muss der jeweilige Spieler das Eis für 10 Minuten verlassen und muss bis zur nächsten Spielunterbrechung auf der Bank bleiben.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Der Spieler kann sofort von einem anderen Spieler ersetzt werden, es entsteht für das Team keine Unterzahl.
  • Besonderheiten: Bei bestimmten Fouls (zum Beispiel Check gegen den Kopf, Check von hinten) verhängen Schiedsrichter meist zusätzlich zur Disziplinarstrafe eine kleine Strafe, die ein Mitspieler verbüßen muss, der nach dem Ende der kleinen Strafe das Feld wieder betreten darf, während der Spieler, der die Disziplinarstrafe erhalten hat, seine restliche Strafe auf der Bank absitzt. Erhält derselbe Spieler eine zweite Disziplinarstrafe innerhalb desselben Spiels, wird daraus automatisch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe.
  • Spieldauer-Disziplinarstrafe („game misconduct penalty“)

  • Zeitstrafe: Ausschluss von der restlichen Spieldauer (Eintrag im Spielbericht: 20 Minuten)
  • IIHF-Regel: 505
  • typische Fouls: Werfen eines Gegenstandes von der Spielbank aus, Teilnahme an einer Schlägerei, vorzeitiges Verlassen der Strafbox
  • Beschreibung: Die Spieldauer-Disziplinarstrafe verhängt ein Schiedsrichter bei besonders groben Fouls, die beispielsweise auch Verletzungen nach sich ziehen.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Der Spieler kann sofort von einem anderen Spieler ersetzt werden, es entsteht für das Team keine Unterzahl.
  • Besonderheiten: Die Spieldauer-Disziplinarstrafe zieht keine automatische Sperre nach sich. Allerdings kann der Schiedsrichter noch nachträglich eine Sperre verhängen. In Meisterschafts- und in Turnierspielen wird jeder Spieler, der eine zweite Spieldauer-Disziplinarstrafe erhält, automatisch für das nächste Meisterschafts- oder Turnierspiel gesperrt.
  • Schwere Disziplinarstrafe („gross misconduct penalty“)

  • Zeitstrafe: verbleibende Spieldauer
  • IIHF-Regel: 506
  • typische Fouls: Schiedsrichterkritik, Auseinandersetzungen mit Zuschauern, Alkoholkonsum vor oder während des Spiels, Beleidigung, Diskriminierung
  • Beschreibung: Hierbei wird der jeweilige Spieler, Torhüter oder Team-Offizielle die restliche Spielzeit über in die Garderobe verwiesen.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Der Spieler kann sofort von einem anderen Spieler ersetzt werden, es entsteht für das Team keine Unterzahl.
  • Besonderheiten: Die NHL hat die Schwere Disziplinarstrafe aus dem NHL-Regelbuch entfernt und durch die Spieldauer-Disziplinarstrafe ersetzt.
  • Matchstrafe („match penalty“)

  • Zeitstrafe: verbleibende Spielzeit (Eintrag im Spielbericht: 25 Minuten) + weitere 5 Minuten für einen Mannschaftskollegen
  • IIHF-Regel: 507
  • typische Fouls: schwere Vergehen wie versuchter Kopfstoß oder Treten
  • Beschreibung: Die Matchstrafe kann der Schiedsrichter über einen Feldspieler oder Torhüter verhängen, der einen anderen Spieler vorsätzlich verletzt oder es versucht. Der jeweilige Spieler wird für den Rest der Spielzeit ausgeschlossen und in die Garderobe verwiesen.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Die Zeitstrafe von 5 Minuten muss ein Ersatzspieler abbüßen. Danach kann er wieder am Spiel teilnehmen. Es gelten die oben beschriebenen Regeln der „großen Strafe“.
  • Besonderheiten: In der NHL wird eine Match-Strafe mit nur 10 Minuten im Spielbericht vermerkt.
  • Strafschuss („penalty shot“)

  • Zeitstrafe: keine
  • IIHF-Regel: 508
  • typische Fouls: Haken oder Beinstellen, Verschieben des Tores, zu viele Spieler auf dem Eis
  • Beschreibung: Zur kleinen Bankstrafe kommt es infolge eines Verhaltens, welches nachteilig für das Spiel ist, oder bei Regelverstößen, die Spieler oder Teamoffizielle von der Spielerbank aus tätigen.
  • Auswirkungen auf die Spieleranzahl: Einen Strafschuss kann der Schiedsrichter aussprechen, wenn ein angreifender Spieler bei einer klaren Torchance in Form eines Alleingangs von hinten gefoult wird. Ein Penalty darf nur verhängt werden, wenn folgende fünf Voraussetzungen gegeben sind: (1) Zum Vergehen ist es nicht in der eigenen Verteidigungszone gekommen. (2) Der gefoulte Spieler war in Puckbesitz und hat diesen kontrolliert. (3) Das Foul wurde von hinten begangen. (4) Das Foul hat eine Torchance vereitelt. (5) Zwischen Torhüter und attackiertem Spieler gab es keinen Gegenspieler auf dem Eis.
  • Besonderheiten: Seit 2010 muss der gefoulte Spieler den Strafschuss selbst durchführen. Hat er einmal geschossen, gilt der Schuss als durchgeführt. Nachschüsse sind dann nicht mehr möglich. Zudem werden Penaltyschüsse auch beim sogenannten „Shootout“ (Penaltyschießen) genutzt, wenn es für beide Teams nach der regulären Spielzeit oder der Verlängerung unentschieden steht.
  • Schiedsrichter pfeift bei Eishockey-Foul
    Das IIHF-Regelwerk nennt insgesamt 55 verschiedene Eishockey-Fouls .

    Liste der gängigsten Eishockey-Fouls

    Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl der insgesamt 55 verschiedenen Fouls vor, die das Regelwerk des IIHF verzeichnet.

  • Bandencheck
  • Behinderung
  • Check von hinten
  • Check gegen den Kopf- und Nackenbereich
  • Ellbogencheck
  • Haken
  • Halten
  • Halten des Stocks
  • Hoher Stock
  • Kopfstoß
  • Schiedsrichterkritik
  • Stock-Check
  • übertriebene Härte
  • unerlaubter Körperangriff
  • unsportliches Verhalten
  • zu viele Spieler auf dem Eis
  • Bandencheck („boarding“)

  • IIHF-Regel: Nr. 119
  • Beschreibung: Ein Bandencheck bedeutet, dass ein Spieler, der einen Gegenspieler mit dem Körper oder dem Ellenbogen checkt, ihn angreift oder ihm ein Bein stellt, sodass er gegen die Bande geworfen wird.
  • Strafmaß: Kleine Strafe, Große Strafe oder Matchstrafe
  • Besonderheiten: Ein Bandencheck, der einen Mitspieler fahrlässig gefährdet, wird immer mit 5+ Minuten Spieldauer (Große Strafe), einer Spieldauer-Disziplinarstrafe oder einer Matchstrafe geahndet.
  • Behinderung („interference“)

  • IIHF-Regel: Nr. 149
  • Beschreibung: Als Behinderung gilt es, wenn ein Spieler einen Gegner blockiert oder ihn – ohne selbst den Puck zu besitzen – am Schlittschuh-Laufen, der Pass-Annahme oder dem freien Bewegen auf dem Eis hindert.
  • Strafmaß: Kleine Strafe
  • Besonderheiten: Wenn ein Spieler einen anderen Spieler fahrlässig gefährdet, kann der Schiedsrichter auch eine Große Strafe, eine Spieldauer-Disziplinarstrafe oder eine Matchstrafe verhängen.
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    Check von hinten („checking from behind”)

  • IIHF-Regel: Nr. 123
  • Beschreibung: Der Check von hinten bedeutet, dass ein Spieler einen anderen Spieler checkt, wobei dieser sich des kommenden Aufpralls nicht bewusst oder unfähig ist, sich davor zu verteidigen; der Kontakt entsteht dabei an der Rückseite des Körpers.
  • Strafmaß: Das genaue Strafmaß hängt von der konkreten Situation ab.
  • Kleine Strafe oder Disziplinarstrafe: Wenn ein Spieler einen Gegner gegen die Bande, den Torrahmen oder im freien Feld auf irgendeine Art und Weise von hinten schlägt inklusive Stock-Check, Hohem Stock oder anderen von hinten begangenen Fouls, ausgenommen: Behinderung.
    Große Strafe, Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe: Wenn ein Spieler einen anderen Spieler durch sein Fehlverhalten fahrlässig gefährdet.
  • Besonderheiten: Es kommt zu keiner Strafe, wenn ein Spieler sich aktiv und kurz vor dem Aufprall in die Lage begibt, bewusst eine Foulsituation zu schaffen und von einem anderen Spieler von hinten gecheckt zu werden.
  • Für 20 Spiele gesperrt: Tom Kühnhackl

    Bei einem Spiel zwischen den Niagara IceDogs und den Kitchener Rangers im Jahr 2011 raste Eishockey-Legende Tom Kühnhackl in seinen Gegner Brian Murphy. Murphy, der für die Kitchener Rangers spielte, erlitt bei dem Aufprall eine schwere Gehirnerschütterung und blieb minutenlang auf dem Eis liegen, bevor er sichtlich benommen die Spielfläche verließ. Hier können Sie sich das Eishockey-Foul ansehen (ab 00:04):

    Kühnhackl selbst wirkte auch angeschlagen und erhielt unmittelbar eine Spieldauerstrafe. Für sein Foul wurde er mit einer Sperre von 20 Spielen bestraft. Das Strafmaß ist vor allem so hoch ausgefallen, weil es zuvor in den Profiligen zu schweren Kopfverletzungen gekommen war.

    Check gegen den Kopf- und Nackenbereich („checking to the head and neck area”)

  • IIHF-Regel: Nr. 124
  • Beschreibung: Wenn ein Spieler, der mit irgendeinem Teil seines Körpers oder seiner Ausrüstung einen Check gegen den Kopf oder Hals eines Gegenspielers ausführt oder den Kopf eines Gegners gegen das Schutzglas oder die Bande führt oder drängt, spricht man von einem Check gegen den Kopf- und Nackenbereich. Auch beim Versuch der Puck-Übernahme sind Vergehen gegen den Kopf- und Nackenbereich nicht gerechtfertigt.
  • Strafmaß: Das Strafmaß hängt von der Härte des genauen Fehlverhaltens ab. Dabei kann der Schiedsrichter eine Kleine Strafe, Disziplinarstrafe, Große Strafe, Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe aussprechen, je nach Härtegrad des Vergehens.
  • Besonderheiten: Ein Foul gegen den Kopf- und Nackenbereich wird in jeglicher Form geahndet, einen „sauberen“ Check gegen den Kopf- und Nackenbereich gibt es nicht. Wenn ein Foul auf einen anderen Bereich des Körpers eines Gegners abzielt, sich aber infolgedessen auf den Kopf- und Nackenbereich verlagert, kommt es zu keiner Strafe wegen eines Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich.
  • Ellbogencheck („ellbowing“)

  • IIHF-Regel: Nr. 139
  • Beschreibung: Ein Spieler, der seinen Ellbogen einsetzt, um einen anderen Spieler zu foulen, führt einen Ellbogencheck aus.
  • Strafmaß: Das Strafmaß hängt von der Härte des Vergehens ab.
  • Kleine Strafe oder Disziplinarstrafe: bei leichteren Ellbogenchecks
    Große Strafe, Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe: wird erteilt, wenn ein Spieler die Gesundheit und das Wohlergehen eines Gegners fahrlässig riskiert.
  • Besonderheiten: -
  • Haken („hooking“)

  • IIHF-Regel: Nr. 146
  • Beschreibung: Ein Haken bedeutet, dass ein Spieler seinen Stock nutzt, um den Fortschritt des Gegners zu verhindern oder den Gegner zu behindern – unabhängig davon, ob dieser im Puckbesitz ist oder nicht.
  • Strafmaß: Kleine Strafe
  • Besonderheiten: Gefährdet ein Spieler einen anderen fahrlässig durch das Hooking, erhält er entweder eine Große Strafe, eine Spieldauer-Disziplinarstrafe oder eine Matchstrafe.
  • Halten („holding“)

  • IIHF-Regel: Nr. 144
  • Beschreibung: Ein Spieler, der die Bewegungen seines Gegners mit einem oder beiden Hände, Armen oder Beinen beeinträchtigt oder in irgendeiner anderen Form versucht, ihn vom freien Eislaufen abzuhalten, erhält eine Strafe fürs Halten.
  • Strafmaß: Kleine Strafe
  • Besonderheiten: -
  • Halten des Stocks („holding the stick“)

  • IIHF-Regel: Nr. 145
  • Beschreibung: Unter Halten des Stocks versteht man, dass ein Spieler den Stock eines Gegners auf irgendeine Art und Weise festhält (mit Händen, Armen, Beinen, dem Körper), um ihn daran zu hindern, seinen Stock frei einzusetzen, frei eiszulaufen, den Puck zu spielen oder auf eine andere Art und Weise frei zu spielen.
  • Strafmaß: Kleine Strafe
  • Besonderheiten: -
  • Spieler begeht Eishockey-Foul durch Halten des Schlägers
    Bei einigen Eishockey-Fouls kommt es auf den Härtegrad des Fehltritts an.

    Hoher Stock („high sticking“)

  • IIHF-Regel: Nr. 143
  • Beschreibung: Wenn ein Spieler, der einen beliebigen Teil seines Stocks über der Schulterhöhe trägt und einen Gegner mit irgendeinem Teil davon schlägt, spricht man von Hohem Stock.
  • Strafmaß: Das Strafmaß hängt von der Härte des Vergehens ab.
  • Mindestens Kleine Strafe: Ein Spieler berührt seinen Gegner mit einem Hohen Stock.
    Doppelte Kleine Strafe: Ein Spieler verletzt einen Gegner versehentlich durch Hohen Stock.
    Große Strafe, Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe: Ein Spieler riskiert beim Hohen Stock fahrlässig die Gesundheit und das Wohlergehens eines Gegners.
  • Besonderheiten: Beim Hohen Stock spricht man von Vorsatz, wenn ein Spieler seinen Stock bewusst über Schulterhöhe führt und gezielt gegen einen Mitspieler richtet. Auch wenn ein Spieler beim Schuss oder Passen einen Mitspieler mit dem Stock am Oberkörper trifft, wird er gemäß der Regel für den hohen Stock bestraft.
  • Kopfstoß („head-butting“)

  • IIHF-Regel: Nr. 142
  • Beschreibung: Ein Spieler, der seinen Kopf mit oder ohne Helm einsetzt, um einen Gegner zu stoßen.
  • Strafmaß: Matchstrafe
  • Besonderheiten: Für die Strafe muss es nicht zum Kopfstoß kommen, auch der reine Versuch wird bestraft.
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    Schiedsrichterkritik („abuse of officials“)

  • IIHF-Regel: Nr. 116
  • Beschreibung: Unter Schiedsrichterkritik versteht man den Versuch eines Spielers oder Offiziellen, die Entscheidungsbefugnis des Schiedsrichter-Personals zu verwerfen, einen Schiedsrichter zu erniedrigen, die Integrität und Kompetenz eines Schiedsrichters in Frage zu stellen, ihn anzuzweifeln oder ihn physisch zu konfrontieren.
  • Strafmaß: Je nach Härte des Vergehens kann das Strafmaß anders ausfallen.
  • Kleine Strafe: Stock-Schlag gegen das Glas im Zuge des Protests gegen das Schiedsrichter-Urteil oder Beleidigungen gegen den Schiedsrichter.
    Bankstrafe: Das Team oder ein nicht-identifizierbarer Spieler oder Offizieller beleidigt einen Schiedsrichter; ein bestrafter Spieler weigert den Strafbox-Verweis; Bandenschlag mit Stock oder anderem Gegenstand als Protest gegen Schiedsrichter-Urteil; Nutzung von Video-Material, um das Schiedsrichter-Urteil in Frage zu stellen.
    Disziplinarstrafe: Ein Spieler fordert oder nutzt Video-Material, um ein Schiedsrichterurteil in Frage zu stellen; absichtliches Wegstoßen des Pucks während ein Schiedsrichter versucht ihn einzufangen; Verharren eines Spielers auf der Schiedsrichter-Linie, während die Schiedsrichter sich besprechen; Beschwerde eines (Co-)Kapitäns an einen Schiedsrichter gegen Verhalten und Urteile eines anderen Schiedsrichters; Schlag gegen Glas oder Bande nach bereits erteilter Kleiner Strafe; ein bereits bestrafter Spieler begibt sich infolge eines Kampfes oder einer Spieler-Konfrontation nicht umgehend zur Strafbox.
    Spieldauer-Disziplinarstrafe: Erneute Nutzung beleidigender Sprache oder obszönen Verhaltens nach bereits erteilter Kleiner Strafe oder Bankstrafe; respektloses oder gewalttätiges Verhalten gegenüber einem Schiedsrichter vonseiten eines Spielers oder Teamoffiziellen; das Werfen eines Gegenstandes auf einen Schiedsrichter oder das Besprühen des Schiedsrichters mit einer Wasserflasche; weiteres Verhalten, für das zuvor schon eine Disziplinarstrafe verhängt wurde.
    Matchstrafe: Gewalt gegenüber einem Schiedsrichter oder Verletzen des Schiedsrichters; Ausholen oder Werfen des Stocks oder Pucks gegen den Schiedsrichter; Bedrohung, Diskriminierung, Bespucken oder Beschmieren des Schiedsrichters mit Blut durch einen Spieler oder Team-Offiziellen; obszöne Sprache oder Gesten eines Spielers oder Teamoffiziellen gegenüber dem Schiedsrichter vor, während oder unmittelbar nach dem Spiel.
  • Besonderheiten: Kommt es nach dem Spiel zu obszöner Sprache oder Verhalten auf und jenseits der Eisfläche, kann der Schiedsrichter eine Spieldauer-Disziplinarstrafe verhängen, ohne dass es einer vorherigen Kleinen Strafe oder Bankstrafe bedarf.
  • Der Linksverteidiger Billy Coutu, der mit einer lebenslangen Eishockey-Strafe belegt wurde
    Billy Coutu: Boston Bruins, lebenslange Sperre für die NHL (1927 verhängt), Credit: Unknown author [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

    Lebenslange Sperre für die NHL: Billy Coutu

    In den Stanley-Cup-Playoffs schlug der Linksschütze der Boston Bruins, Billy Coutu, während eines Spiels den Schiedsrichter Jerry LaFlamme. Daraufhin erhielt er eine lebenslange Spielsperre für die National Hockey League (NHL). Das war die erste und bislang einzige lebenslange Spielsperre, die jemals in der NHL ausgesprochen wurde. Daraufhin wechselte der Verteidiger in die Canadian-American Hockey League und beendete seine Karriere dort im Jahr 1934.

    Stock-Check („cross-checking“)

  • IIHF-Regel: Nr. 127
  • Beschreibung: Ein Stock-Check bedeutet, dass ein Spieler den Körper eines Gegners mit beiden Händen am Stock checkt und dabei kein Teil des Stocks mit der Eisfläche verbunden ist.
  • Strafmaß: Kleine Strafe
  • Besonderheiten: Kommt es zu einer fahrlässigen Verletzung des Gegners, erhält der Spieler eine Große Strafe, eine Spieldauer-Disziplinarstrafe oder eine Matchstrafe.
  • Übertriebene Härte („roughing“)

  • IIHF-Regel: Nr. 158
  • Beschreibung: Von übertriebener Härte spricht man, wenn ein Spieler einen Gegner während des Spiels anrempelt oder schlägt.
  • Strafmaß:
  • Kurze Konfrontation mit dem Gegner: Kleine Strafe, doppelte Kleine Strafe, Große Strafe oder Spieldauer-Disziplinarstrafe
    Absichtlich den Helm vom Kopf des Gegners schlagen, um für diesen ein Foul zu bewirken: Kleine Strafe
    Kein Ablassen von der Konfrontation: Einordnung in die Regeln fürs Schlagen (IIHF-Regel Nr. 141)
  • Besonderheiten: Das Strafmaß hängt von dem genauen Fehlverhalten ab.
  • Unerlaubter Körperangriff („charging“)

  • IIHF-Regel: Nr. 122
  • Beschreibung: Ein Spieler, der seinen Gegner mit unnötiger Härte checkt, auf den Gegner zurennt oder ihn anspringt, vollzieht einen unerlaubten Körperangriff.
  • Strafmaß: Kleine Strafe
  • Besonderheiten: Gefährdet ein Spieler seinen Gegner fahrlässig, kann der Schiedsrichter eine Große Strafe, eine Spieldauer-Disziplinarstrafe oder eine Matchstrafe verhängen.
  • Unsportliches Verhalten („unsportsmanlike conduct“)

  • IIHF-Regel: Nr. 168
  • Beschreibung: Von unsportlichem Verhalten spricht man, wenn ein Spieler oder Offizieller die Regeln der Sportlichkeit, des Fair-Plays und des Respekts verletzt.
  • Strafmaß: Das Strafmaß hängt vom konkreten Fehlverhalten ab.
  • Kleine Strafe: bezieht sich in erster Linie auf klar zu identifizierende Spieler; wird ausgesprochen bei beleidigender Sprache oder beleidigendem Verhalten gegenüber Mitspielern oder Zuschauern, Jubel über Fouls oder Verletzungen, Besprühen des gegnerischen Torwarts mit Eis während des Bremsens, wenn dieser den Puck aufgrund des Schiedsrichter-Pfeifens hält.
    Bankstrafe: bezieht sich auf nicht zu identifizierende Spieler oder das gesamte Team; wird ausgesprochen, wenn ein Teammitglied oder Offizieller sich unsportlich verhält, obszöne oder beleidigende Sprache oder Verhalten zeigt, Fouls oder Verletzungen feiert, einen Stock oder anderen Gegenstand auf das Eis wirft, um zu protestieren.
    Disziplinarstrafe: Wird verhängt, wenn ein Spieler den Puck nach einem Pfiff des Schiedsrichters schießt, bei offenkundigem Fehlverhalten oder wenn ein Spieler sich weiterhin fehlerhaft verhält, wenn ein Spieler einen Gegner zu einem Foul anstiftet oder ein Spieler den Bankbereich der gegnerischen Mannschaft absichtlich betritt.
    Spieldauer-Disziplinarstrafe: Wird ausgesprochen, wenn ein Spieler oder Offizieller auch nach einer Kleinen Strafe oder einer Bankstrafe nicht von seinem Fehlverhalten ablässt, zum Beispiel vom Gebrauch obszöner oder beleidigender Sprache.
    Matchstrafe: Wird verhängt, wenn ein Spieler oder Offizieller rassistische, sexistische oder bedrohliche Sprache nutzt, spuckt oder Blut an jemandem abwischt, wenn es zu obszönen Gesten oder Verhaltensweisen gegenüber Personen auf dem Eis, im Bank- oder Zuschauerbereich vor, während oder nach dem Spiel kommt, oder aber wenn ein Spieler seinen Stock gegen jemand anderen als einen Gegner nutzt.
  • Besonderheiten: Je nach Fehlverhalten kann das Strafmaß unterschiedlich ausfallen. Es kann sich entweder auf Individuen beziehen oder aber auf das gesamte Team.
  • Rekordrüpel der DEL: Stephan Daschner

    Eishockeyspieler Stephan Daschner von den Hannover Scorpions verteidigt aktuell den Ligenrekord der DEL für die längste Strafe. Der Hintergrund: Bei einem Match zwischen den Hannover Scorpions und den Straubing Tigers 2012 schlug der sonst als fair und unauffällig geltende Daschner um sich und pöbelte. Das Schiedsrichter-Duo Daniel Piechaczek und Simon Aicher erteilte eine Strafe in Höhe von 59 Minuten, womit Daschner den Rekord für die längste Spielstrafe der DEL hält.

    Zu viele Spieler auf dem Eis („too many men“)

  • IIHF-Regel: Nr. 166
  • Beschreibung: Ein Team darf maximal einen Torhüter und fünf Feldspieler oder insgesamt sechs Feldspieler auf dem Eis haben. Sobald ein Team einen oder mehr Spieler zu viel auf dem Feld hat, gilt das als Foul. Ein Spieler darf beim Wechsel das Eis erst betreten, wenn der das Feld verlassende Spieler mindestens 1,5 Meter von der eigenen Bank entfernt ist.
  • Strafmaß: Kleine Bankstrafe
  • Besonderheiten: Die Bankstrafe muss ein aktiver Spieler absitzen.
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    Eishockey ist ein Sport mit viel Körperkontakt und kann häufig sehr hart wirken. Nichtsdestotrotz sind die Spieler meist sehr gut geschützt, und das nicht nur in Form von hervorragender Schutzbekleidung, sondern auch durch das strenge Eishockey-Regelwerk. Das ist einer der Gründe, weshalb viele Spieler häufig bis zu ihrem 40. Geburtstag noch aktiv sind. Das heißt: Häufig sehen Eishockey-Fouls sehr spektakulär aus, führen aber mit einigen Ausnahmen zu weniger Verletzungen, als es scheint.

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