Radmarathon für Jedermann: So bereiten Sie sich optimal vor

Training, Termine & Ernährung. Plus: Tipps von Sportsfreund Sören Lehmann

Für echte Radsportfans ist ein Radmarathon die Königsdisziplin. Wie Sie sich am besten auf einen Marathon auf dem Fahrrad vorbereiten, wann Sie mit dem Training beginnen sollten und welche Ausrüstung unverzichtbar ist, erfahren Sie hier. Radsportler Sören Lehmann, der 2017 im Team Alpecin den Ötztaler Radmarathon absolviert hat, gibt Tipps und berichtet von seinen Erfahrungen.

Dreiergruppe Radfahrer auf flacher Straße mit umliegenden Bergen

Unser Interviewpartner: Sören Lehmann

Sören Lehmann aus Potsdam ist ein echter Sportsfreund: Als begeisterter Läufer und Triathlet bloggt er über seine Leidenschaft auf seinem Sportsfreund-Blog. Außerdem nimmt er regelmäßig an Wettkämpfen teil, über die er schreibt: „Ich liebe diese Atmosphäre bei den Wettkämpfen. Diese positive Attitude und die ganzen verrückten Sportskanonen!“

Sören Lehmann
Sören Lehmann (© Sören Lehmann, sportsfreund-blog.de)

Als Teil des Gran-Fondo-Jedermann-Teams von Alpecin nahm Sören 2017 erfolgreich am Ötztaler Radmarathon teil: „Alpecin startet jedes Jahr neu mit dem Gran-Fondo-Jedermann-Team durch. Im Dezember hatte ich davon in der Roadbike gelesen und mir überlegt, wie ich sie von mir überzeugen könnte“, erzählt Sören. Sein Bewerbungsvideo kam offenbar gut an:

Radsportler aufgepasst: Ist ein Radmarathon das Richtige für Sie?

Das Geräusch hunderter Reifen, die über den Asphalt flitzen; Bäume, Sträucher und Felder verschwimmen; der Fahrtwind streift das Gesicht – ein Radmarathon ist in jeder Hinsicht ein einmaliges Erlebnis für jeden begeisterten Radsportler. Die aufgeheizte Wettkampfatmosphäre, das Sich-an-sich-selbst-Messen, die Landschaft entlang der Strecke und auch das unbeschreibliche Gefühl, in Gemeinschaft mit hunderten Gleichgesinnten über die Straßen zu jagen: all das macht einen Radmarathon so einzigartig.

Teilnehmer eines Radmarathons in voller Fahrt auf einer Straße
Mit Tempo: Beim Radmarathon können sich Sportler an sich und anderen messen.

Sören Lehmann erinnert sich noch immer gerne an seine Erfahrung beim Ötztaler Radmarathon im August 2017:

„Es war der absolute Wahnsinn, früh um 6:45 Uhr mit über 4.000 Radfahrern aufzubrechen. Auch einige Monate später muss ich oft an diesen Tag denken. Im Nachhinein kann ich, glaube ich, sagen, dass es für mich ein nahezu perfektes Rennen war. Dank der professionellen Vorbereitung durch das Radlabor und Alpecin war ich auf den Tag genau topfit. Meine Wettkampftaktik (Wattwerte am Oberlenker) ging 100 Prozent auf, sodass ich auch am vierten Berg, am Timmelsjoch, meine angepeilten Wattwerte treten konnte. Trotz der langen Zeit auf dem Sattel (neun Stunden!) verging die eintägige Reise durchs Ötztal wie im Flug – oder besser gesagt, wie in Trance für mich. Es war einfach genial!“

Aber was genau ist eigentlich mit Radmarathon gemeint? Und können auch Hobby-Radsportler mitmachen? Lesen Sie hier die Antworten.

Was ist ein Radmarathon?

Ein Radmarathon ist eine Langstreckenfahrt im Straßenradsport. Laut Definition des Bunds Deutscher Radfahrer (BDR) gilt eine Langstreckenfahrt erst ab 200 Kilometern als Radmarathon.

In der Praxis bieten viele Marathonveranstalter unterschiedliche Streckenvarianten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad an. Dementsprechend kann die Streckenlänge eines Fahrradmarathons ganz unterschiedlich ausfallen, von rund 80 Kilometern bis zu mehreren hundert Kilometern – je nachdem, für welche Zielgruppe (Einsteiger, Fortgeschrittene oder Ambitionierte) der Marathon gedacht ist oder welche Besonderheiten die Strecke aufweist (Höhenprofil).

Radmarathons dauern häufig nur einen Tag: die Fahrer starten morgens und kommen – je nach Kondition – nachmittags oder abends ins Ziel.

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Radmarathons können als Wettbewerb (Radrennen, Jedermannrennen) ausgetragen werden; es werden aber auch Radmarathons ohne Wettbewerbscharakter veranstaltet.

Übrigens: Auch im Mountainbike-Sport werden Marathons veranstaltet. Mountainbike-Marathons sind eine Form der Cross-Country-Rennen, bei denen eine Rundstrecke mit unterschiedlichen Geländeeigenschaften festgelegt wird. Im Unterschied zu den Cross-Country-Wettbewerben sind bei den Marathons die Strecke sowie die Fahrzeit wesentlich länger.

Wer kann an einem Radmarathon teilnehmen?

Jeder vom Einsteiger bis zum Profi kann an einem Radmarathon teilnehmen; neben Profirennen gibt es sogenannte Jedermannrennen („Jedermänner“, auch Gran Fondo) und Marathonveranstaltungen ohne Wettbewerbscharakter, die auch Hobbysportlern offenstehen. Bei einigen Radmarathon-Veranstaltungen werden unterschiedliche Strecken und Streckenlängen angeboten.

Bei den Wachauer Radtagen durch die Wachau und das Waldviertel in Niederösterreich gibt es beispielsweise drei Strecken mit 50 km, 85 km beziehungsweise 152 km „für jeden Teilnehmer – vom trainierten Hobbyradsportler bis hin zum Marathoneinsteiger – genau das Richtige“.

Mit einer gezielten Vorbereitung und der Auswahl einer passenden Strecke können also auch Einsteiger einen Fahrradmarathon gut durchhalten.

Vorbereitung: Tipps zu Training und Ernährung

Egal, wie fit Sie sind: Wenn Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung anfangen und diszipliniert trainieren, steht Ihrer Teilnahme an einem Radmarathon-Event nichts im Wege.

Sören Lehmann beim Radrennen
Alles geben: Sören Lehmann beim Giro Delle Dolomiti. (©Sören Lehmann, sportsfreund-blog.de)

Tipp für Marathon-Neulinge: Vielleicht ist Sören Lehmanns Herangehensweise auch für Sie die passende: erst mal ausprobieren, dann ernst machen. Sören erzählt:

„Der Ötztaler war mein erster Radmarathon, den ich als Wettkampf angesehen habe. Zuvor sind wir [das Team Alpecin 2018; Anm.d.Red.] im Rahmen des Gran-Fondo-Alpecin-Projekts im Juni in Bielefeld einen Radmarathon über 220 km mitgefahren. Dabei stand jedoch vielmehr der Spaß und das Austesten der Wettkampfverpflegung im Vordergrund.“

Nehmen Sie also zunächst ruhig an einem längeren Straßenrennen beziehungsweise Radmarathon zur Probe teil. So können Sie sich und Ihre Ausrüstung testen – es muss schließlich nicht zwangsweise der Wettkampfcharakter und das Erreichen der persönlichen Bestzeit im Vordergrund stehen.

Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen sollten Sie erfüllen, um erfolgreich an einem Radmarathon teilzunehmen?

„Ich denke, dass ein erfolgreiches Finish bei einem Radmarathon in erster Linie mit Willen, Disziplin und Spaß möglich ist“, sagt Sören Lehmann mit Blick auf seine eigenen sportlichen Erfahrungen.

„Zunächst einmal muss es Dir Spaß machen, stundenlang im Sattel zu trainieren. Dann brauchst Du natürlich ein Ziel – am besten ein SMARTES Ziel, welches zeitlich und auf ein bestimmtes Event ausgerichtet ist. Trotz Motivation und Willen gibt es natürlich Tage, wo Du keine Lust hast, stundenlang Grundlagentraining abzuspulen. Genau in diesen Momenten kommt es auf Deine Disziplin an! Mir hat es geholfen, mir ab und an die „Warum“-Frage zu stellen. Wenn Dein Warum stark genug ist, kommt das Wie meist von allein.“
Rennradfahrer Sören Lehmann beim Training
Beim Grundlagentraining ist Disziplin gefragt, weiß Radsportler Sören. (©Sören Lehmann, sportsfreund-blog.de)

Wichtig: Suchen Sie sich als Einsteiger einen Radmarathon aus, den Sie gut bewältigen können und der Sie nicht ans Ende Ihrer Kräfte treibt. Der Spaß soll schließlich nicht zu kurz kommen. Die großen sportlichen Herausforderungen können dann später folgen.

Für den Radmarathon trainieren

Wie früh sollte man mit dem Training für einen Radmarathon beginnen?

„Aufgrund einer Verletzung konnte ich bis März 2017 nicht Radfahren. Somit hatte ich knapp sechs Monate Vorbereitungszeit auf den Ötztaler“, erzählt Sören.

Er betont jedoch, dass sich die Frage, ab wann man für einen Radmarathon trainieren sollte, nicht pauschal beantworten lasse: „Vielmehr kommt es darauf an, was der Sportler beziehungsweise die Sportlerin an Erfahrung und ‚Lebenskilometer‘ mitbringt. Genau so entscheidend ist das Zeitbudget fürs Training und was für ein Radmarathon angestrebt wird. Ein halbes Jahr spezifische Vorbereitung sollte es aber schon sein, um den Radmarathon auch ein bisschen genießen zu können.“

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Phase 1 der Vorbereitung: Grundlagentraining

Besonders wichtig ist das Grundlagentraining. Damit sollten Sie bereits mehrere Monate vor dem Radrennen beginnen. Auf diese Weise gewöhnt sich Ihr Körper an die Belastung und der Umstieg auf den Marathon wird Ihnen leichter fallen. Fahren Sie regelmäßig, egal ob Sie zu Hause auf dem Hometrainer oder draußen mit dem Rennrad trainieren, und sammeln Sie Kilometer (rund 1.500 km sind ein guter Richtwert). Wichtig ist auch, dass Sie sich Ruhetage gönnen, an denen Sie nicht aufs Rad steigen.

Neben der Grundlagenausdauer sollten Sie sich auch an Intervalltraining und an Steigungen wagen, um für das Bergfahren beim Marathon gerüstet zu sein.

Sören, der ja als Teil des Team Alpecin für seinen ersten Radmarathon trainierte, bekamen seinen Trainingsplan über die gesamte Saison vom Radlabor: „Ausgangspunkt für meinen individuellen Trainingsplan war eine Leistungsdiagnostik (Stufentest) im März und noch einmal ein CP20 Test im Juli. Anhand der Ergebnisse wurden meine Trainingszonen bestimmt. Anfangs sollte ich zwei bis drei Monate fast ausschließlich längere und lockere Grundlagenfahrten machen.“

Tipp: Absolvieren Sie einige Wochen vor dem Termin des Rennens einen Testwettkampf. Dieser sollte auf jeden Fall eine kürzere Distanz haben als der Marathon, für den Sie trainieren. Im Testrennen geht es darum, besondere Abläufe, etwa den Tempowechsel oder das Trinken während der Belastung, zu proben.

Radsportler Sören beim Grundlagentraining
Flott unterwegs: Sören Lehmann beim Training. (©Sören Lehmann, sportsfreund-blog.de)

Phase 2 der Vorbereitung: gezieltes Training

Rund sechs bis zwölf Wochen vor dem Radmarathon sollten Sie mit der gezielten Vorbereitung auf Ihren großen Tag beginnen. Auch hier ist die Gestaltung des Trainings natürlich abhängig von Ihrem persönlichen Niveau. Als Einsteiger sollte Sie auf zwei Trainingstage einen Tag Ruhe folgen lassen – so kann sich der Körper regenerieren und den Trainingsreiz verarbeiten.

Sören erzählt, wie es nach seinem Grundlagentraining weiterging: „In Richtung Sommer wurden die Trainingseinheiten immer spezifischer – mehrminütige Bergintervalle, K3-Training oder Training an der anaeroben Schwelle wurden wichtiger. Allerdings ist auch das sehr individuell. Einige der Teamfahrer waren bereits auf einem sehr guten Ausgangsniveau im März, sodass sie das Training direkt und vermehrt mit intensiven Einheiten begonnen haben.“

Phase 3: Kurz vor dem Marathon

Steht das Rennen unmittelbar bevor, sollten Sie es ruhiger angehen lassen. In den letzten Tagen sollten Sie nur noch locker trainieren und so Ihre Kräfte für den Radmarathon schonen.

Tipp: In jedem Fall empfiehlt sich für Ihre Radmarathon-Vorbereitung ein Trainingsplan. Geeignete Trainingspläne finden Sie zum Beispiel im Bike-Magazin oder in der App RoadBIKE Trainer.

Mentale Vorbereitung

Ebenso sinnvoll wie die physische Vorbereitung auf die Belastung bei einem Radmarathon ist die geistige Vorbereitung.

Sören erzählt dazu: „Ich habe mir den Ötztaler sehr oft visualisiert. Entweder habe ich mir YouTube-Videos angeschaut oder mir während der längeren Trainingstouren den Tag und das Rennen immer wieder vorgestellt. Sicherlich haben mir auch die zahlreichen Tipps von unseren Coaches und bekannten Radfahrern geholfen.“

Die Fokussierung auf die eigenen Ziele und sie nicht aus den Augen zu verlieren ist ebenso wichtig wie die Fähigkeit, sich vor dem Wettkampf zu entspannen (zum Beispiel mit meditativer Musik) und negative Erinnerungen durch positive zu ersetzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum mentalen Training im Sport.

Sören betont außerdem: „Du solltest Respekt haben, jedoch keine Angst. Vor allem aber solltest Du Dich auf den Radmarathon freuen. Wenn Du dieses Feeling in den Tagen davor spürst, bist Du richtig vorbereitet.“

Seine Gedanken und Tipps rund um den Ötztaler Radmarathon hat er übrigens in diesem Livetalk-Video mit seinen Followern geteilt:

Mit einem Coach für den Radmarathon trainieren – oder ohne?

Grundsätzlich benötigen Sie natürlich keinen Coach, um sich auf Ihre Teilnahme bei einem Fahrradmarathon vorzubereiten.

„Auch hier ist die Frage, was für eine Art Radmarathon man sich aussucht und welche Ansprüche man selber an sich dabei hat“, erklärt Sören. „Es ist sicherlich was komplett anderes, wenn Du Dich auf den Ötztaler vorbereitest als eine ebenso lange RTF (Radtourenfahrt) zu finishen. Wenn Du Dich ambitioniert – sprich mit zeitlichem Ziel – vorbereiten willst, würde ich schon einen Coach empfehlen. Als Einsteiger kostet es einfach zu viel Zeit, sich über das richtige und effiziente Training Gedanken zu machen. Außerdem ist die Gefahr des falschen Trainings groß. Wenn Du allerdings einfach gerne und viel Rad fährst und einfach aus Spaß mit Freunden oder einem Trainingspartner den Ötztaler mitfahren möchtest, kann auch das natürlich klappen.“

Spezielle Trainingslager vor einem Radmarathon findet Sören „sehr hilfreich“, sie seien aber kein Muss: „Training für einen Radmarathon heißt, viele lange Trainingseinheiten abzuspulen. Insofern stimmt der Spruch ‚viel hilft viel‘ schon ein wenig. Spezifische Trainingsblöcke, in Form von einem Trainingslager, helfen ungemein, auf ein neues Level zu kommen. Entscheidend ist hier wieder die Frage nach den Ansprüchen.“

Tipps für Ihre Radmarathon-Ausrüstung & -bekleidung

Neben der richtigen Vorbereitung ist natürlich die Ausrüstung eines Radmarathon-Teilnehmers entscheidend. Wir haben Sören gefragt, ob er besondere Tipps hat.

„Es ist natürlich alles möglich. Wir hatten das Glück, mit High-End-Material auf die Strecke zu gehen. Die Rennräder waren sehr aerodynamisch und zudem leicht, was uns sowohl bergab als auch bergauf Vorteile verschafft hat.“

Doch das heißt nicht, dass Sie mit einem günstigeren Modell nicht ebenso gut bei einem Radmarathon mitmachen können: „Ein handelsübliches Mittelklasse-Rennrad wird auf jeden Fall ausreichen. Darüber hinaus entscheidet das Budget. Ein steifer Carbonrahmen, leichte Hochprofilfelgen oder Profischaltung erleichtern einen Radmarathon natürlich.“

Radrennfahrer auf der Straße

Hochpreisige Räder haben ihre Vorteile, sind aber für Ihre erfolgreiche Marathonteilnahme kein Muss. Eine Empfehlung nennt Sören, die sich seiner Meinung nach für jeden künftigen Marathonteilnehmer lohnt: „Das wohl wichtigste ‚Feature‘ an meinem Rennrad war der Wattmesser. Dank ihm wusste ich zu jeder Sekunde, was ich gerade an Leistung aufs Pedal bringe. So wusste ich stets, ob ich im richtigen Bereich fahre oder gerade überpace – zum Beispiel am ersten Berg, wo alle hochmotiviert sind – und zu schnell fahre. Insofern würde ich jedem raten, mal über die Anschaffung eines Wattmessers nachzudenken.“

Was das passende Outfit für einen Radmarathon betrifft, müssen Sie die ganz unterschiedlichen Bedingungen bedenken, die Ihnen im Laufe des Radrennens begegnen. Meist startet ein Radmarathon in den Morgenstunden, wenn es noch recht kühl ist; gegen Mittag steigen die Temperaturen dann aber an. Auch die einzelnen Streckenabschnitte unterscheiden sich: Während Sie beim Bergfahren schwitzen, pfeift Ihnen bergab der kühle Fahrtwind um die Ohren.

Folgende Kleidungsstücke sind für einen Radmarathon (neben dem obligatorischen Helm) empfehlenswert:

  • Trikot: Ein komfortabler Sitz, perfekte Passform und atmungsaktives Material sind essentiell. Unterschiedliche Modelle entdecken Sie in unserem Shop – vom beliebten Klassiker C3 Basic bis zum Radtrikot C5 Pro, das gemeinsam mit Radprofis entwickelt wurde.
  • Windstopperweste (für Abfahrten): Die owayo Unisex-Windweste CVG5 Pro ist wind- und wasserabweisend.
  • Radhose: Die owayo Radhose CP5 Pro Herren oder CP5w Pro Damen ist perfekt für lange Strecken wie einen Radmarathon.
  • Bike-Schuhe: Diese sollten Sie schon ein paar Mal getragen und „eingefahren“ haben.
  • Bike-Handschuhe sorgen für den optimalen Grip und eine Dämpfung.
  • Armlinge und Beinlinge wärmen beim Start am frühen Morgen Arme und Beine; später können Sie sie einfach ausziehen.
  • Neben diesen oder ähnlichen Kleidungsstücken ist auch eine getönte Brille sinnvoll; sie schützt Ihre Augen vor dem Fahrtwind sowie UV-Strahlen.

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    Die richtige Ernährung vor und beim Marathon

    Ein spezieller Ernährungsplan für die Zeit vor dem Radmarathon ist laut Sören nicht unbedingt notwendig: „Wir haben lediglich Hinweise bekommen, was das Trinken und die Kohlenhydratverpflegung für das Rennen selber angeht. Eine bestimmte Ernährungsform für den Ötztaler habe ich nicht verfolgt. Ich habe nur geschaut, dass ich wie immer wenig verarbeitete Produkte esse und stets genügend Eiweiß nach den Trainingseinheiten konsumiert habe.“

    Anders sieht es vor und während des Radmarathons aus.

    Ernährung vor dem Radmarathon

    „In den Tagen unmittelbar vor dem Radmarathon sollte man die Kohlenhydratspeicher füllen und schauen, dass man genug trinkt, erklärt Sören. Das sogenannte Carboloading, also die vermehrte Kohlehydrataufnahme, beginnen Sie am besten fünf bis sechs Tage vor dem Wettkampf.

    Des Weiteren gilt: „Die wichtigsten Mikronährstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium sollten durch die entsprechende Ernährung gedeckt sein.“

    Kurz vor dem Marathon sollten Sie auf Nummer sicher gehen und genauer darauf achten, was Sie zu sich nehmen: „Ein bis zwei Tage zuvor würde ich nur noch Sachen essen, die ich auch kenne und von denen ich weiß, dass mein Magen sie gut verträgt“, rät Sören. „Am Tag vor dem Radmarathon reicht es, normal zu essen, wenn man sich die Tage und Wochen zuvor gut ernährt hat.“

    Wichtig ist auch, sich am Tag vor dem Rennen zu mäßigen: „Wenn man am Vortag aus Panik zu viel trinkt oder isst, fühlt man sich am Wettkampftag nur träge und der Körper lagert überschüssiges Wasser ein.“

    Um mehr über die Ernährung während des Trainings zu erfahren, lesen Sie auch unseren Beitrag zur richtigen Sporternährung.

    Essen und Trinken während des Radrennens

    Während eines Radmarathons ist regelmäßiges Essen und Trinken enorm wichtig. Als Einsteiger üben Sie das am besten bereits im Training, damit der Magen sich an die Nahrungszufuhr unter Belastung gewöhnt.

    Radsportlerin trinkt aus der Flasche

    Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. „Während des Marathons sollte man immer mal an der Trinkflasche nippen“, sagt auch Sören. „Zum Beispiel einmal alle 15-20 Minuten ein Schluck aus der gelversetzen Wasserflasche. Ein Durstgefühl sollte man nicht haben – dann ist es schon zu spät und man läuft Gefahr, zu dehydrieren. Erfahrende Sportler können sich hier in der Regel größtenteils auf ihr Körpergefühl verlassen.“

    In Wettkämpfen bewähren sich Energiegetränke und Gels, die einen Mix aus Glucose, Fructose und Maltodextrin enthalten. So holen sich vor allem Profis die nötige Energie, ohne absteigen zu müssen. Radmarathon-Einsteiger dürfen aber ruhig auch zwischendurch an den Verpflegungsstationen anhalten und ihre Energiespeicher zum Beispiel mit Obststücken, Reiskuchen oder Bananenbrot auffüllen.

    Wie Sören bereits betont hat: Alle 15 oder 20 Minuten sollten Sie zur Trinkflasche greifen und rund 150 bis 200 Milliliter Flüssigkeit zu sich nehmen. Halten Sie unbedingt feste Zeiten ein. Außerdem sollten Sie jede Stunde einen halben oder ganzen Energieriegel zu sich nehmen.

    Wichtig: Auf Produkte, die Sie zuvor noch nicht probiert haben, sollten Sie im Wettkampf verzichten. Setzen Sie lieber auf altbewährte Riegel oder Getränke, um Übelkeit oder Magenkrämpfe zu vermeiden.

    5 berühmte Jedermannrennen & Radmarathon-Termine 2018

    Alljährlich finden zahlreiche Radmarathons statt. Fünf besonders bekannte Straßenradrennen stellen wir Ihnen hier vor.

    Teilnehmer an einem Straßenradrennen
    Bei den großen Radmarathon-Events gehen mehrere tausend Sportler an den Start.

    1. Ötztaler Radmarathon (Österreich)

    Die Teilnahme am Ötztaler Radmarathon war nicht nur der große Traum Sören Lehmanns. Das Jedermannrennen zieht jährlich tausende Laien-Radsportler an. Die Teilnehmerzahl ist mittlerweile auf 4.000 begrenzt. Start und Ziel des Ötztalers ist Sölden; von dort geht es 238 Kilometer durch Österreich und Italien. 5.500 Höhenmeter gilt es zu meistern; außerdem müssen vier Alpenpässe, darunter Brenner und Timmelsjoch, überquert werden.

    2017 wurde am Tag vor dem Jedermannrennen erstmals das Profirennen Pro Ötztaler 5.500 ausgetragen.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website oetztaler-radmarathon.com.

    2. Alpenbrevet (Schweiz)

    Grandiose Landschaft, Haarnadelkurven und eine beträchtliche Zahl Höhenmeter: Radsportler aus der ganzen Welt kommen jährlich ins Berner Oberland, um sich in einem der härtesten und längsten Jedermann-Straßenrennen zu messen. Der Schweizer Alpenbrevet bietet mehrere Strecken von unterschiedlicher Länge und Höhenmeterdifferenz – die drei Classic-Touren Platin, Gold und Silber sowie die Bronze-Tour; sie alle haben es jedoch in sich und verlangen den Teilnehmern allerhand Ausdauer ab. Bei der Platin-Strecke sind gar knappe 8.000 Höhenmeter zu überwinden.

    Alle Informationen finden Sie auf www.alpenbrevet.ch.

    3. Maratona dles Dolomites (Südtirol)

    Im Juli 1987 fand die erste Ausgabe des Südtiroler Radmarathons Maratona dles Dolomites statt. Mit rund 9.000 Startplätzen und Teilnehmern aus bis zu vierzig Nationen zählt dieses Jedermannrennen zu den ganz großen. Die Maratona-Strecke ist rund 138 Kilometer lang; dabei müssen rund 4.200 Höhenmeter und acht Pässe überwunden werden. Daneben gibt es auch zwei kürzere, leichtere Strecken zur Auswahl.

    Eine Besonderheit des Maratonas ist das mehrtägige Rahmenprogramm mit jährlich wechselndem Motto. Außerdem unterstützt die Veranstaltung wohltätige Projekte durch den Erlös sogenannter Wohltätigkeits-Startplätze.

    Informationen und Termine finden Sie unter maratona.it.

    Radsportler in den Dolomiten
    Atemberaubende Landschaft und atemberaubendes Tempo beim Radmarathon in den Dolomiten

    4. Dreiländergiro (Österreich)

    Der Dreiländergiro ist eine weitere herausragende Breitenradveranstaltung in Europa. Die Strecke verläuft, wie der Name vermuten lässt, durch drei Länder: Österreich, Italien und die Schweiz. Auch hier können die Teilnehmer zwischen verschiedenen Streckenvarianten wählen: Die klassische Strecke Engadin ist mit 168 km über 3.300 Höhenmeter besonders anspruchsvoll. Sie beginnt und endet in Nauders und führt über das Stilfserjoch, den Umbrailpass und den Ofenpass.

    Die Strecke Vinschgau mit 120 km über 2.975 Höhenmeter führt von Nauders über das Stilfserjoch, den Umbrailpass nach St. Maria und zurück nach Nauders.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.dreilaendergiro.at.

    5. La Marmotte (Frankreich)

    Last but not least: Auch in Frankreich findet jedes Jahr ein besonders anspruchsvolles Jedermannrennen statt. Von Le Bourg-d'Oisans in den französischen Alpen fahren die Teilnehmer über die 174 Kilometer langen Strecke nach L'Alpe d'Huez. Dabei müssen sie die Pässe Col du Glandon, Col du Télégraphe und Col du Galibier, die von der Tour de France bekannt sind, und zum Abschluss einen 14 Kilometer langen Anstieg bewältigen.

    Die offizielle Website marmottegranfondoseries.com bietet weitere Informationen, allerdings nur in Englisch, Französisch und Niederländisch.

    Weitere Radmarathon-Termine

    Eine umfassende Übersicht über die aktuellen internationalen Radmarathon-Termine finden Sie zum Beispiel auf radmarathon.at oder bikeboard.de.

    Sie wollen Anreise- und Unterkunftskosten sparen und lieber an einem Radmarathon in Ihrer Nähe teilnehmen? Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat hier die Termine des „Radmarathon-Cups Deutschland“ veröffentlicht.

    Tipp: Wollen Sie mehr über die berühmtesten Profi-Eintagesrennen wie die Flandern-Rundfahrt oder das Amstel Gold Race erfahren? Dann lesen Sie auch unseren Beitrag Die 5 Monumente des Radsports.

    Faszination Radmarathon: Sind Sie am Start?

    Ob Ötztaler, Maratona dles Dolomites oder einer der vielen weniger bekannten, aber sicher ebenso reizvollen Radmarathons: Für Hobbyradsportler gibt es jede Menge Möglichkeiten, um einmal die eigene Ausdauer in einem Straßenrennen auf die Probe zu stellen.

    Wird Sören Lehmann auch 2018 wieder am Ötztaler Radmarathon teilnehmen?

    „2018 werde ich wohl erstmal passen“, gibt der Sportsfreund zu – aber das hat einen guten (sportlichen) Grund: „Das liegt lediglich daran, dass mein Saison-Fokus dieses Jahr wieder in Richtung Triathlon geht. Natürlich würde ich bei einer zweiten Teilnahme mein Ergebnis gerne toppen – dafür braucht es allerdings eine spezifische Vorbereitung. Auf jeden Fall möchte ich in den nächsten Jahren wieder am Ötztaler teilnehmen!“

    Denn eines ist sicher: Wer einmal Blut geleckt hat, den lässt die Faszination Radmarathon so schnell nicht los.

    Hier noch ein Video von Sörens YouTube-Channel, das richtig Lust macht, selbst an einem Radmarathon wie dem Ötztaler teilzunehmen:

    Na, haben Sie Lust bekommen? Dann sichern Sie sich schnell einen Platz beim Radmarathon Ihrer Wahl.

    In aller Kürze: Die owayo-Tipps für Ihren ersten Radmarathon

  • Behalten Sie im Kopf: den ersten Marathon fährt man gegen sich selbst. Fahren Sie also zunächst ein längeres Rennen zur Probe und testen Sie dabei sich selbst und Ihre Ausrüstung, bevor Sie zu einem Marathon mit Wettkampfcharakter antreten.
  • Bedenken Sie, dass die Fahrt sehr lang ist: Nach neun Stunden treten Probleme auf, die Sie nach fünf Stunden noch nicht hatten.
  • Auch Sattel und Radhose sollten Sie daher schon vorab auf möglichst langen Fahrten testen.
  • Wichtig: Nach Plan essen und trinken! Testen Sie auch das bereits bei Ihren Trainingsfahrten.
  • Achten Sie darauf, nicht zu überpacen! Verwenden Sie vor allem auch am Berg einen Wattmesser oder Pulsmesser und bleiben Sie im aeroben Bereich!
  • Bei der Kleidung sollten Sie darauf achten, dass es am selben Tag heiß und kalt sein kann (z.B. tagsüber heiß in der Ebene, abends kalt am Berg). Verzichten Sie daher auch an warmen Tagen nicht auf wärmende Kleidungsstücke.
  • Nur Mut: Mit den oben genannten Tipps kann jeder Hobbyfahrer mit einer soliden Grundfitness einen Radmarathon durchstehen.
  • Passende Radkleidung und individuelle Trikots finden Sie bei owayo.

    Für Radsportler ebenfalls relevant ist es, die optimale Trittfrequenz zu finden. Lesen Sie auch, warum das Ausgleichstraining im Radsport nicht zu kurz kommen sollte und wie Sie einer einseitigen Belastung erfolgreich vorbeugen.

    Bilder: Beitragsbild: © Getty Images/ E+/ GlobalStock; Bilder 2; 4-6: © Sören Lehmann; Bild 3: © iStock / Getty Images Plus/ frozenmarshmallows; Bild 7: © Getty Images/ E+/ Dmytro Aksonov; Bild 8: © Getty Images/ E+/ mikkelwilliam; Bild 9: © iStock / Getty Images Plus/ ChiccoDodiFC; Bild 10: ©iStock / Getty Images Plus/ Gorfer

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