Radsport im Winter

Tipps zum sicheren Radfahren im Winter und Frühjahr

Zwar neigt sich der Winter Anfang März schon dem Ende entgegen, aber auch im Frühjahr müssen Radsportler zum Teil noch mit Schnee und Glatteis rechnen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auch bei kalten Temperaturen auf Ihren Lieblingssport nicht verzichten müssen. Damit es trotzdem Spaß macht und der Faktor Sicherheit auch nicht zu kurz kommt, haben wir die wichtigsten Tipps und Infos für Sie zusammengetragen.

Radfahrer mit Fatbikes fahren im Schnee an einem See entlang

Rennrad oder Mountainbike?

Bei Eis und Schnee kann es insbesondere auf nicht windgeschützten Straßen schnell ungemütlich werden. Daher steigen viele Rennradfans im Winter aufs Crossrad oder Mountainbike um, welche für „schlechte“ Untergründe ausgelegt sind. Der Boden auf Waldwegen drosselt auf natürliche Weise die Geschwindigkeit und reduziert somit die Sturzgefahr und den kalten Fahrtwind.

Fahren Sie generell langsamer als im Sommer, denn wer bei eisigen Temperaturen stark schwitzt, kühlt schneller aus. Im Winter sollten Sie daher Ihre Touren auf ein- bis zweieinhalb Stunden begrenzen. Tipp: Versuchen Sie eher durch die Nase zu atmen, da die Luft so bereits vorgewärmt wird.

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Die richtige Bekleidung

Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“, sollten Sie im Winter genau darauf achten, was Sie anziehen.

Das Schichtprinzip

Verfahren Sie nach dem Schichtprinzip und tragen Sie viele dünnere Schichten übereinander. Auf Baumwolle sollten Sie hierbei verzichten, da der Stoff kaum mehr trocknet, wenn er einmal durchgeschwitzt wurde. Und wer ist schon gerne im Winter mit nassen Klamotten unterwegs?

Wer Funktions-Unterhemd, Kurzarm-Trikot, Langarm-Trikot und eine windabweisende Softshell-Jacke übereinander anzieht, ist gut gegen die Kälte geschützt. Das Schichtprinzip hat außerdem den Vorteil, dass Sie Schichten ablegen können, falls Ihnen doch zu warm wird. Haben Sie im Winter deshalb immer einen kleinen Rucksack dabei. Erfahren Sie noch mehr zum Schichtprinzip im Artikel „Joggen im Winter“.

Softshelljacke zum Fahrradfahren von owayo

Biken im Winter: Softshell-Jacken halten warm

Wer sich bei Eis und Schnee draußen sportlich betätigt, sollte auf windabweisende und atmungsaktive Bekleidung achten. Die wärmenden Softshell-Jacken von owayo eignen sich perfekt für’s Biken im Schnee. Reflektoren an den Ärmeln machen Sie zusätzlich sicher!

Radfahrer im Schnee
Auf schneebedeckten Waldwegen sollten Sie aufs Mountainbike umsteigen.

Hose, Handschuhe und Co.

Auf lange Radhosen ohne windabweisende Funktion sollten Sie im Winter verzichten. Kombinieren Sie dagegen eine Hose mit Softshell-Fähigkeit mit einer zusätzlich darunter getragenen kurzen Hose, um für mehr Windschutz zu sorgen.

Eine unkonventionelle, aber effektive Lösung bietet die Softshell-Unterhose, die über der normalen Radhose getragen wird. Sie ist deutlich günstiger als eine lange Softshell-Radhose und sollte ein bis zwei Nummern größer gekauft werden, damit Sie die Unterhose als letzte Schicht verwenden können.

Auch bei Handschuhen gilt: Sie müssen winddicht sein. Viele Radfans tragen im Winter sogar Motorrad-Handschuhe, um sich optimal zu schützen. Fäustlinge schützen außerdem besser vor der Kälte.

Allerdings schränken Fäustlinge das Bremsgefühl ein, weshalb Sie auch zu Drei-Finger-Handschuhen greifen können. In jedem Fall sollten die Handschuhe gut gefüttert sein.

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Warm von oben bis unten

Gegen kalte Füße helfen isolierende und wärmende Einlegesohlen. Zusätzlich können Sie auch ein Hot-Pack unter die Socken legen. So bleiben Ihre Füße garantiert drei bis vier Stunden warm.

Auch über den Kopf verliert Ihr Körper viel Wärme, deswegen ist eine Helmmütze Pflicht, wenn Sie bei kalten Temperaturen fahren. Damit der Helm nicht zu hoch auf Ihrem Kopf sitzt und Sie bei einem Sturz effektiv schützt, sollten Sie ihn neu anpassen.

Bei Regen können Sie auch eine spezielle Hülle über den Helm ziehen. Zusätzlich bieten Stirnband und Gesichtsmaske noch mehr Wärme.

Um Rundumkälteschutz zu gewährleisten, bietet der Fachhandel spezielle Wärme-Schläuche aus Fleece oder Merino. Diese halten auch Nacken und Hals komfortabel warm. Beinlinge, Armlinge und Knielinge sind ebenfalls sehr beliebt bei Radsportlern.

Radfahrer im Schnee mit dicken Reifen
Genau wie beim Auto können Sie in der kalten Jahreszeit auf Winterreifen umsteigen.

Die richtige Technik

Gerade im Winter lautet das Motto: Sicherheit zuerst! Passen Sie deshalb nicht nur Ihre Kleidung, sondern auch Ihre Reifen und Ihren Fahrstil an die veränderte Witterung an.

Winterreifen und Spikes

Auch Gelegenheitsradler, die kein Mountainbike besitzen, müssen nicht aufs Fahren verzichten, wenn der Radweg mal nicht geräumt ist. Der Fachhandel bietet für solche Fälle Winter- und Spikereifen. Nach der Umrüstung fahren Sie damit auch auf Eis und Schnee relativ sicher.

Wer vor hat, regelmäßig im Schnee zu fahren, sollte sich ein Fatbike zulegen. Dieses neu entwickelte Gelände- und Expeditionsrad besitzt extrem dicke Reifen, mit denen sie problemlos abseits der Straße radeln.

So gehen Sie bei Eis und Schnee richtig in die Kurve

Fixieren Sie bereits beim Einfahren in die Kurve deren Ausgang und drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit, um nicht wegzurutschen. Bremsen Sie frühzeitig ab, damit Sie den Grip nicht für das Bremsmanöver verschwenden. Ihre Haltung sollte dabei stets locker sein. Wichtig ist es, die vordere Bremse gar nicht oder nur sehr vorsichtig zu verwenden.

Die Technik ist quasi die gleiche wie beim Fahren auf losem Schotter: Verlagern Sie Ihr Gewicht auf das kurvenäußere und tiefe Pedal. Dadurch werden die Reifen in den Schnee gepresst und geben Ihnen Stabilität.

Ihr Gewicht verteilt sich ausgewogen auf beide Reifen, wenn Sie den Körperschwerpunkt über das zentrale Tretlager legen. Dabei wandert der Oberkörper Richtung Vorderrad und die Arme sind leicht angewinkelt.

Nahaufnahme von Fatbike-Reifen und Fatbike mit Fahrer im Schnee
Auf einem Fatbike sind Sie in unwegsamem Gelände sicher unterwegs.

Nichts für Sonntagsradler

Wichtig: Seien Sie darauf vorbereitet, den inneren unbelasteten Fuß schnell nach vorne ausstellen zu können. Falls Ihr Bike wegrutscht, können Sie sich so abfangen und vermeiden einen Sturz.

Haben Sie den Scheitelpunkt der Kurve passiert, erheben Sie sich wieder. Um den Grip aufzubauen, ist viel Gefühl gefragt. Am besten drücken Sie dazu das Bike mit Armen und Beinen fest auf den Boden und lenken bei Gripverlust gegen. Ihr Körperschwerpunkt sollte sich hierbei über der Sattelnase befinden.

Ist die Kurve geschafft, begeben Sie sich wieder in die stehende Grundposition. Bedenken Sie, dass Ihr Hinterreifen immer noch wegrutschen oder durchdrehen kann und beschleunigen Sie deshalb gefühlvoll und langsam.

Wir hoffen, dass wir Ihnen einige hilfreiche Tipps geben konnten und wünschen Ihnen eine erfolgreiche und sichere Wintersaison.

Bilder: Titelbild: ©istock/GibsonPictures, Bild 1: ©istock/GibsonPictures, Bild 2: ©istock/GibsonPictures Bild 4: ©istock/ivandan

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