Was ist ein Rebound beim Basketball?

Basketball-Rebound: Definition, Technik und Übungen

Der Fehlwurf gehört zum Basketball wie Dribbling und Layup. Danach? Folgt der Rebound. Hier lesen Sie, worin sich Offensiv- und Defensiv-Rebound unterscheiden, welche Aspekte besonders wichtig sind, um sich einen Abpraller vom Ring zu sichern und wie Sie das Rebounding im Basketball sowohl als Team als auch individuell trainieren können.

Basketball-Spieler kämpfen um Rebound

Was ist ein Rebound beim Basketball?

Ein Rebound (vom Englischen to rebound – abprallen, zurückprallen) steht im Basketball für den zurückprallenden Ball nach einem missglückten Korbversuch. Demjenigen Spieler, der im Anschluss den Ball fängt (Rebounding), wird der Rebound zugesprochen.

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Durchschnittlich treffen Teams beim Basketball weniger als die Hälfte ihrer Würfe. Selbst die besten Mannschaften in der NBA bleiben meist bei einer Wurfquote von unter 50 Prozent und entsprechend häufig prallt der Ball von Ring oder Brett ab. Wer ihn nun fängt, schnappt sich einen Rebound.

Häufig ist dabei die Rede vom offensiven und defensiven Brett, was sich darauf bezieht, wer sich den Ball sichert:

  • Landet der Ball bei der angreifenden Mannschaft, spricht man von einem Offensiv-Rebound. Trotz eines Fehlwurfs hat sie erneut die Chance zu punkten.
  • Greift das verteidigende Team zu, sichert es sich den Defensiv-Rebound und kann nun den eigenen Angriff aufbauen.
  • Zwei Basketballer versuchen, Rebound zu fangen
    Beim Rebound entscheidet sich, ob die Offense einen neuen Wurfversuch erhält.

    Wissenswert: Die besten Rebounder der NBA-Saison 2020/21 sicherten sich zwischen 12 und 15 Abpraller pro Spiel, was Wilt Chamberlains Leistung umso beeindruckender macht: 1960 gelangen ihm in einem einzigen Spiel sogar 55 Rebounds. Das ist bis heute Rekord. Über seine gesamte Karriere gesehen holte er sich mit 23.924 Rebounds zudem die meisten Rebounds der NBA-Geschichte.

    Rebound-Training: Grundlagen, Technik und Workouts

    Größe und Sprungkraft scheinen ganz oben auf der Vorteilsliste in Sachen Rebound zu stehen – und beides spielt tatsächlich eine zentrale Rolle. Allein sichert das Duett jedoch keinen Abpraller. Den anderen Aspekt eines Rebounds beim Basketball bringt die Technik. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Grundlagen für erfolgreiches Rebounding.

    Rebound-Grundlagen

    Erst das Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten ermöglicht Ihnen, regelmäßig genau dort zu stehen, wo der Ball landet, und vor Ihrem Gegenspieler zuzugreifen. Folgende Komponenten sollten Sie daher gezielt trainieren.

    Die Sprungkraft

    Klar, der Korb hängt auf 3,05 Metern Höhe, und der Ball beschreibt nach jedem Fehlwurf eine Flugkurve nach oben. Je weiter oben Sie Ihre Hände an das Leder bekommen, desto höher ist daher auch Ihre Chance auf den Rebound. Sprungkraft kann dabei auch ein paar fehlende Zentimeter ausgleichen.

    Antizipation, Erfahrung und Stellungsspiel

    Nicht jeder Ball prallt auf die gleiche Art, in dieselbe Richtung vom Ring ab. Ein Dreier springt beispielsweise weiter weg als ein Wurf aus der Mitteldistanz. Klatscht der Ball nach hoher Flugkurve auf den Ring, springt er auch höher, dafür kürzer ab, als wenn er in flacherem Winkel auftrifft. Entsprechend wichtig ist, dass Sie lernen, wie sich der Ball verhält, um sich dann entsprechend zu positionieren. Einerseits hilft dabei die theoretische Auseinandersetzung, andererseits die Erfahrung und genaue Beobachtung. Rebound-Spezialist Dennis Rodman studierte beispielsweise sogar die Art der Rotation des Balls und wie sie sich auf sein Abprallverhalten auswirkt.

    In diesem Videoausschnitt erklärt Rodman selbst, wie er das Rebounding trainierte:

    Ausboxen

    Ausboxen – der Liebling beinahe jedes Coaches. Denn Größe und Sprungkraft allein sichern beim Basketball keinen Rebound. Dennis Rodman (Karriereschnitt: rund 13 Rebounds pro Spiel) beispielsweise zählt mit „nur“ gut zwei Metern zu den besten Reboundern der NBA-Geschichte. Mangelnde Körperlänge glich er durch ein unglaubliches Gefühl für den Weg des Balles nach dem Fehlwurf aus. Außerdem hatte er ein Talent für das faire Fernhalten seines Gegenspielers vom Ball: das Ausboxen.

    Durch geschicktes Platzieren zwischen Gegenspieler und Korb, versperren Sie Ihrem Gegner damit den Weg zum Ball. Obwohl Sie in die Knie gehen, erreichen Sie, dass selbst größere Spieler nicht einfach über Sie hinweggreifen können. Denn indem Sie sich dabei leicht nach vorne beugen, bringen Sie mehr Abstand zwischen den Gegenspieler und den Ball.

    Wille

    Rebounding beim Basketball ist Arbeit – und dient damit gleichzeitig als Beweis gegen den Mythos vom Basketball als körperlosem Sport. Unter den Brettern dominiert Physis. Wollen zwei Spieler gleichzeitig ausboxen, entsteht Reibung. Es wird ein wenig, aber nur im Rahmen der Regeln, geschoben. Um sich dort zu behaupten, auch gegen größere, kräftigere Spieler, bedarf es Willenskraft.

    Basketball-Spielerin ist mental bereit für das Rebounding
    Im Kampf um den Rebound braucht es sowohl Physis als auch Antizipation, Technik und Willensstärke.

    Timing

    Zu früh zu springen, hilft ebenso wenig, wie noch in den Knien zu sein, wenn der Ball seinen höchsten Punkt längst überschritten hat. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gefühl für das richtige Timing. So springen Sie genau dann ab, wenn Sie den Rebound am für Sie persönlich höchsten Punkt abgreifen können. Denn auch die eigenen Sprungfähigkeiten spielen eine zentrale Rolle.

    Reaktionsschnelligkeit

    So gut Sie antizipieren, alles lässt sich im Vorhinein nicht komplett austarieren. Manchmal trifft der Ball ein paar Millimeter weiter unten auf den Ring, springt daher Richtung Werfer zurück, statt direkt nach vorne zu rutschen. Ein anderes Mal klatscht er einige Mal im Inneren des Ringzylinders hin und her, um dann auf einer Seite Richtung Boden zu fallen. Je schneller Sie in solchen Fällen reagieren, desto höher ist die Chance auf den Rebound.

    Technik: 3 Phasen für einen erfolgreichen Basketball-Rebound

    Jeder Rebound beim Basketball lässt sich in drei Phasen einteilen – und für jede einzelne können Sie die Chance auf einen erfolgreichen Abpraller erhöhen, wenn Sie folgende Dinge beachten:

    1. Phase – die Flugphase des Balls

    Die „Arbeit“ für den Rebound beginnt nicht erst, wenn der Ball den Ring erreicht. Stattdessen antizipieren Sie bereits unmittelbar, nachdem er die Fingerspitzen des Werfers verlässt, in welchem Winkel er wo auf den Ring treffen könnte. Entsprechend bewegen Sie sich in Richtung Ihrer Position.

    Für die nötige Stabilität gehen Sie leicht in die Knie und nehmen Ihren Gegenspieler zum Ausboxen gewissermaßen auf den Rücken. Nehmen Sie zunächst Kontakt mit seiner Brust auf und drehen sich erst danach in Richtung Korb. Nur aktiv mit den Armen zurückhalten sollten Sie ihn nicht. Das führt schnell zum Foulpfiff. Stattdessen heben Sie Ihre Hände schon mal über Schulterhöhe, um den Weg nach oben zu verkürzen, wenn der Ball vom Ring abprallt. Wichtig ist, dass Sie sich niemals statisch positionieren, sondern immer auf den Fußballen des Vorfußes, um jederzeit mobil zu bleiben.

    Spieler beobachten Ball nach dem Korbwurf
    Noch bevor der Ball den Korb erreicht, sollten Sie überlegen, wie er abprallen könnte.

    2. Phase – Abprallen des Balls

    Prallt der Ball vom Ring ab, springen Sie zum richtigen Zeitpunkt ab. Peilen Sie an, ihn am höchsten Punkt Ihres Sprungs mit den Händen zu berühren. Dafür reißen Sie beide Arme hoch, denn der beidhändige Basketball-Rebound vereinfacht Ihnen, den Ball zu sichern. Etwas höher kommen Sie, wenn Sie erst eine, unmittelbar danach die andere Hand an das Leder bringen. Haben Sie den Ball sicher, ziehen Sie ihn noch in der Luft in Richtung Brust.

    3. Phase – die Landung

    Achten Sie bei der Landung immer darauf, leicht in die Knie zu gehen und nicht steif zu landen. Das schont die Gelenke. Um den Ball nach dem Rebound zu sichern, spreizen Sie die Ellbogen nach außen. Schwingen Sie sie jedoch nicht wild hin und her. Einerseits besteht dabei die Gefahr, Gegenspieler am Kopf zu treffen, andererseits, ein Foul zu begehen und den eben gesicherten Rebound schon wieder hergeben zu müssen.

    Danach drehen Sie sich bereits in die nächste Bewegung – beim Defensiv-Rebound entweder in den Pass zum Aufbauspieler oder das eigene Dribbling Richtung gegnerischer Korb, beim Offensiv-Rebound in den schnellen Korbleger unmittelbar am Ring. Achten Sie dabei darauf, das Standbein nicht anzuheben. Sonst gibt es Schrittfehler. Nutzen Sie am besten den Sternschritt, bei dem Sie sich nur mit dem freien Fuß bewegen, um einen guten Winkel für die nächste Aktion zu finden.

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    3 Rebound-Übungen, mit denen Sie Ihre Chancen erhöhen

    Das Rebounding besitzt mehrere Ebenen. Technik, Physis und der mentale Aspekt spielen zusammen. Gleichzeitig können Sie sowohl individuell als auch im Team die Chance auf den Defensiv- oder Offensiv-Rebound erhöhen. Daher gibt es unterschiedliche Drills, mit deren Hilfe Sie die verschiedenen Aspekte des Reboundings beim Basketball gezielt trainieren können.

    Mentales Rebound-Training

    Mentales Training findet im Sport längst breite Anwendung. Nicht zuletzt, weil es unter anderem helfen kann, Ihre Bewegungen zu optimieren und gleichzeitig das Konzentrationsvermögen zu steigern. Beides hilft Ihnen beim Basketball-Rebound. Je intensiver Sie den Fokus auf den Ball, seine Flugkurve und den möglichen Abprallwinkel legen können, desto besser können Sie sich positionieren. Mentale Stärke intensiviert außerdem den Willen, richtig auszublocken, um den Ball auch wirklich zu bekommen.

    Einzel-Rebound-Drills

    Kein Werfer. Kein Gegenspieler. Dennoch gibt es Workouts, mit denen Sie das Rebounding trainieren können.

    Basketball-Spieler trainiert alleine
    Einzelworkouts schulen die eigenen Rebounding-Fähigkeiten.

    Off the Wall Single Hand Catch
    So sicher es wäre, den Ball direkt mit beiden Händen zu greifen, ist es beim Rebound tatsächlich sinnvoller, zunächst nur eine Hand an den Ball zu bekommen. Strecken Sie beispielsweise die linke etwas weiter nach oben, erlaubt das einen höheren Sprung. Sobald Sie die eine Hand am Ball haben, ziehen Sie die andere unmittelbar nach. So erreichen Sie den Ball an einem höheren Punkt, um ihn danach schnellstmöglich zu sichern.

    Trainieren können Sie diese Rebound-Technik, indem Sie den Basketball hoch an die Hauswand werfen. Aus der Rebounding-Position heraus springen Sie nun hoch und greifen ihn mit einer Hand.

    Off the Wall Catch & Turn
    Je schneller Sie sich nach dem Rebound drehen, desto schneller können Sie den Gegenangriff, den Fastbreak, einleiten. Um diese Drehung zu trainieren, werfen Sie den Basketball ebenfalls gegen die Hauswand. Statt einfach nur hochzuspringen und zu landen, drehen Sie sich in der Luft bereits in Richtung des imaginären anderen Korbs. Auch eine Vierteldrehung genügt für den Anfang. Tasten Sie sich langsam heran und versuchen Sie es in beide Richtungen.

    Off the Wall Moving Catch
    Da der Ball nicht immer auf die gleiche Weise vom Ring abprallt, stellen Sie sich nicht immer nur direkt vor die Wand. Probieren Sie unterschiedliche Winkel und Entfernungen aus, um sich so auf unterschiedlich weit abprallende Rebounds vorzubereiten.

    Reactive Bounce Catch
    Ein schneller zweiter oder sogar dritter Sprung erhöht die Chance auf den Rebound. Denn manchmal springt der Ball nicht direkt vom Ring in Ihre Hände oder die Ihres Gegenspielers. Zion Williamson beherrscht die Kunst des zweiten Sprungs beispielsweise besonders gut und schnappt sich daher gerade im direkten Duell regelmäßig den Abpraller. Um Ihre Fertigkeit zu trainieren, halten Sie den Basketball zunächst in beiden Händen. Nun springen Sie ab und werfen den Ball am höchsten Punkt Ihres Sprungs kraftvoll Richtung Boden. Einmal gelandet, springen Sie erneut ab, um den Rebound zu sichern.

    Wall Box Out Bounce & Catch
    Das Ausboxen mit dem angewinkelten Unterarm auf der Brust des Gegenspielers ist ebenfalls eine Option. Vor allem eine, bei der Sie zusätzlich die Kraft Ihres Oberkörpers nutzen. Stoßen Sie sich allerdings nicht aktiv ab – sonst folgt der Foulpfiff. Stattdessen nutzen Sie den angewinkelten Unterarm, um den Gegenspieler auf Distanz zu halten. Trainieren können Sie den Bewegungsablauf, indem Sie den Unterarm an der Hauswand anlegen. Mit der anderen Hand prellen Sie den Basketball druckvoll auf den Boden und schnappen sich danach den Rebound.

    Tipp: Lesen Sie auch, mit welchen Basketball-Übungen für zuhause Sie Kraft, Ausdauer und Ballhandling alleine trainieren können.

    Basketball-Rebound-Drills im Team

    Ball und Gegenspieler bewegen sich permanent. Um kollektiv passend zu reagieren, ist Kommunikation und Abstimmung beim Basketball essenziell. Auch für den Rebound. Daher bietet es sich an, auch im Team einige Rebounding-Übungen durchzuspielen.

    Team bei Rebound-Übung
    Rebound-Training im Team schult die Kommunikation und verbessert die Abstimmung.

    Rotation-Rebounding
    Jeweils drei oder vier Offensiv- und drei oder vier Defensivspieler laufen um die Zone herum. Die Offense im, die Defense gegen den Uhrzeigersinn, zudem etwas weiter innen. Sobald der Coach wirft, sucht sich jeder Verteidiger einen Offensivspieler, gegen den er ausblockt. Erst danach beginnt der Kampf um den Rebound. Schnappt das Offensivteam zu, versucht es direkt zu punkten. Holt das verteidigende Team den Rebound, spielt es auf den gegenüberliegenden Korb.

    Slide Rebounding
    Spacing – also das Breitmachen des Feldes durch mehrere Distanzschützen – gegen Rebounding: Die Offense platziert sich rund um die Dreierlinie, die Defense zentral aufgereiht in der Zone zwischen Grund- und Freiwurflinie. Dort bewegen sich die verteidigenden Spieler innerhalb der Zone von links nach rechts und wieder zurück, bis der Coach einem Offensivspieler den Ball zupasst und den Namen eines Verteidigers ruft. Der sprintet in Richtung des ballführenden Spielers, während sich seine Teamkollegen einen Offensiv-Spieler zum Ausboxen suchen müssen. Wichtig ist dabei, dass Sie so kommunizieren, dass jeder schnellstmöglich einen Gegenspieler erreicht. Danach geht es für das verteidigende Team darum, sich den Rebound zu sichern.

    Golden Egg
    In vier Pärchen platzieren sich Offense und Defense rund um den Kreis an der Freiwurflinie, wobei die Verteidiger weiter innen stehen. In der Mitte liegt ein Basketball. Auf Zuruf des Coaches versuchen die Angreifer, sich mit fairen Mitteln den Ball zu schnappen, während die Verteidiger mittels Boxout alles tun, um sie davon abzuhalten. Hat fünf Sekunden lang kein Offensivspieler eine Hand am Basketball, hat die Defense gewonnen und die nächste Runde steht an. Nach einigen Durchläufen können Sie die Rollen tauschen.

    Um sich auch außerhalb des Basketballtrainings fit zu halten, nutzen Sie dazu am besten unsere Basketballworkouts für zuhause.

    Basketball-Rebound: Definition und Trainingstipps

    Entscheidende Grundlagen, die richtige Technik, Trainingsformen für Sie allein und im Team – nun haben Sie alles, was Sie benötigen, um Ihr Rebounding beim Basketball zu verbessern. Und um damit entweder den eigenen Korb zu verteidigen und die eigene Offense ins Laufen zu bringen oder im Angriff nach einem Fehlwurf Ihres Teamkollegen schnell zu punkten. Eventuell sogar per Dunk.

    Wie Sie Ihre Offensive am besten aufziehen, um so regelmäßig wie möglich zu punkten, und gleichzeitig den eigenen Korb bestmöglich zu beschützen, lernen Sie mithilfe unserer Tipps zu Basketball-Angriffs- und Verteidigungsstrategien. Für die passende Optik sorgen Sie durch unsere selbst gestalteten Basketballtrikots.

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    Bildnachweis: Titelbild: Drazen_/gettyimages; Bild 2: NoSystem images/gettyimages; Bild 3: South_agency/gettyimages; Bild 4: gremlin /gettyimages; Bild 5: technotr/gettyimages