Wurftechnik im Basketball: Der Sprungwurf

Ausführung, Tipps & Übungen

Der Sprungwurf ist die wichtigste Wurfart im Basketball. Dieser Wurf ist vom Gegner schwer zu verteidigen, zudem kann man auch über weite Distanzen punkten. Damit der Sprungwurf zum Korberfolg führt, müssen Spieler die komplexe Wurfbewegung aber zunächst gut einstudieren. Hier erfahren Sie, worauf es dabei ankommt, wie Sie den Jump Shot technisch richtig ausführen und welche Übungen helfen, die Wurftechnik zu lernen.

Der Sprungwurf im Basketball wird von einem Basketballspieler in einer Halle ausgeführt
Gerade beim Sprungwurf kommt es auf die richtige Technik an.

Was ist der Sprungwurf im Basketball?

Der Sprungwurf (englisch „Jump Shot“) ist einer der wichtigsten Würfe im Basketball. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Wurftechnik, bei der ein Spieler den Ball aus einer gerade nach oben gerichteten Sprungbewegung auf den Korb wirft. Der Sprungwurf wird einhändig ausgeführt, wobei die zweite Hand den Ball bis zum Zeitpunkt des Abwurfs fixiert. Der Sprung kann sowohl aus der Bewegung, zum Beispiel aus dem Dribbling, als auch aus dem Stand erfolgen.

Interessant: Als Erfinder des Sprungwurfs gilt der amerikanische Lehrer John Miller Cooper. Als junger Student der University of Missouri soll er den Jump Shot das erste Mal in der Geschichte als Angriffstechnik für das Basketballteam der Universität eingesetzt haben.

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Vorteile des Sprungwurfs gegenüber dem Standwurf

  • Höhere Erfolgsaussichten: Der Ball ist von Gegnern deutlich schwieriger zu blocken als beim Standwurf, da die Spieler beim Sprungwurf gerade in die Höhe springen und den Ball von einer deutlich höheren Position oberhalb des Kopfes werfen können.
  • Weniger Kraftaufwand und mehr Schwung: Erfolgt der Sprungwurf aus dem Lauf, lässt sich der Schwung aus der Laufbewegung direkt in den Wurf übertragen. So können Spieler den Wurf mit einem deutlich geringeren Kraftaufwand insgesamt kraftvoller, schneller und dynamischer werfen.
  • Besserer Wurfwinkel: Mit einem starken Absprung kann der Angreifer einen besseren Wurfwinkel auf den Korb erreichen.
  • Nachteile des Sprungwurfs gegenüber dem Standwurf

  • Hohe koordinative Anforderungen: Die Schwierigkeit beim Sprungwurf liegt vor allem in der Koordination der Sprungbewegung und der relativ schnellen Wurfbewegung.
  • Viel Übung nötig: Die Technik des Sprungwurfs korrekt auszuführen, erfordert viel Übung. Die Wurftechnik eignet sich aus diesem Grund nur für fortgeschrittene Basketballspieler.
  • Sprungwurf über Gegner hinweg gezeigt von einer Mädchenbasketballmannschaft
    Der Sprungwurf ist eine wirkungsvolle Angriffsmethode über größere Distanzen hinweg.

    Wie funktioniert der Sprungwurf?

    Der gerade Sprung nach oben erfolgt durch das explosive Strecken der Beine und das gleichzeitige Hochreißen der Arme. Am höchsten Punkt der Sprungphase führt der Spieler dann den eigentlichen Wurf mit der Hand aus.

    Beim Sprungwurf benutzen Spieler für die Wurfbewegung aktiv nur eine Hand beziehungsweise einen Arm. Die zweite Hand hält den Ball bis zum Zeitpunkt des Wurfs auf der Wurfhand fixiert. Sie stützt den Ball also bis zum Wurfzeitpunkt zusätzlich von rechts oder links – je nachdem, ob sie ein Links- oder Rechtshänder ausführt. Das hat den Vorteil, dass der Spieler eine bessere Kontrolle bei der Ausführung des Wurfs erzielt.

    Basketballspieler auf dem Freiplatz beim Sprungwurf im Basketball
    Mit dem Sprungwurf sind Sie als Spieler von Gegnern schwerer aufzuhalten.

    Wichtige Trainingsgrundlagen

    Diese Grundlagen sollten Sie bestenfalls schon beherrschen, wenn Sie mit dem Sprungwurf-Training beginnen:

  • sicheres Fangen und Werfen im Stand und in der Bewegung
  • sicherer Standwurf (Positionswurf)
  • Durchsetzungsfähigkeit gegenüber Gegnern
  • ausgeprägte Wurf- und Sprungkraft
  • gute Koordinationsfähigkeit
  • Die korrekte Ausführung des Sprungwurfs

    Wie Sie den Sprungwurf als Anfänger technisch korrekt ausführen, sehen Sie im folgenden Trainingsvideo:

    Die Phasen des Sprungwurfs

    Der Sprungwurf besteht grundsätzlich aus drei Phasen:

  • 1. Zuerst wird ein gerader Sprung nach oben ausgeführt.
  • 2. Kurz vor dem höchsten Punkt des Sprungs beginnt dann die eigentliche Wurfbewegung (Arm-Hand-Führung).
  • 3. Erst am Scheitelpunkt – dem höchsten Punkt des Sprungs – sollte der Ball die Wurfhand verlassen.
  • Alle genannten Phasen gehen dabei fließend ineinander über. Die absteigende Phase des Sprungs endet in der Landung. Der Sprungwurf lässt sich entweder aus dem Stand oder aus der Bewegung (Sprungwurf aus der Ballannahme oder Sprungwurf aus dem Dribbling) ausführen.

    Tipps für die Ausführung des Sprungwurfs

    Für eine technisch saubere Wurftechnik gilt es, eine Reihe von Punkten zu beachten: Dabei sind zum Beispiel Ballannahme, Fußstellung, aber auch Körper- und Handhaltung sowie Ellbogenstellung wichtig. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie Sie den Sprungwurf Schritt für Schritt korrekt ausführen.

    Hinweis: Die folgende Handlungsanleitung ist für Rechtshänder ausgelegt. Linkshänder können die Seitenangaben einfach umkehren.

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    Ausgangslage: Die Grundstellung

  • Der Wurf beginnt bereits mit der richtigen Annahme des Balls. Ziel sollte es immer sein, den Ball direkt so anzunehmen, wie der Spieler ihn anschließend werfen will. Das heißt konkret: Der Ball liegt nach dem Fang locker vor dem Körper in der Wurfhand. Der Mittelfinger ist dabei nach vorne gerichtet und die linke Hand stützt den Ball seitlich (T-Form).
  • Die Beine stehen schulterbreit auseinander und die Fußspitzen zeigen in Richtung des Korbs.
  • Die Füße sind möglichst parallel zueinander oder befinden sich in einer leichten Schrittstellung. Das heißt, der rechte Fuß (bei Rechtshändern) kann auch bis zu einer Zehenspitze weiter vorne sein als der linke.
  • Die Knie sind leicht gebeugt und auch der Oberköper neigt sich leicht nach vorne.
  • Einleitung des Sprungs

  • Der Spieler führt den Ball mit seinen beiden Armen nun möglichst schnell und dynamisch über den Kopf nach oben. Der Bewegung sollte dabei flüssig sein. Die schwunghafte Bewegung der Arme sorgt für eine stärkere Sprungkraft.
  • Die Ellbogen befinden sich dabei locker und natürlich neben dem Körper: Sie sollten also weder zu weit nach außen zeigen noch zu nah am Körper anliegen.
  • Mit der Ausführung der Armstreckung hat der senkrecht nach oben führende Sprung schon begonnen. Er endet schließlich am höchsten Punkt des Sprungs (Scheitelpunkt).
  • Der Standwurf im Basketball durchgeführt von einem Basketballspieler auf einem Spielfeld an einem See
    Die Wurfbewegung beim Sprungwurf ist dieselbe wie beim Standwurf.

    Die Wurfphase

  • Kurz vor Erreichen des Scheitelpunkts beginnt die eigentliche Wurfphase.
  • Beim tatsächlichen Wurf sollten die Ellbogen mindestens auf Schulterhöhe sein. Denn nur so lässt sich die Stoßbewegung genau und effektiv ausführen. Der Ball liegt dabei auf den Fingern, die Handballen berühren ihn nicht.
  • Befinden sich Schultern und Ellbogen beide etwa im 90-Grad-Winkel, klappt der Spieler das Handgelenk nach vorne um. Wichtig ist dabei, dass die Bewegung primär nach oben geschieht und dass das Handgelenk dabei nicht zu weit nach unten umknickt. So lässt sich eine guter Wurfwinkel auf den Korb erzielen. Tipps für die Handführung beim Wurf im Basketball können Sie auch im nachfolgenden Video sehen.
  • Der Bewegungsablauf beim eigentlichen Wurf ist damit identisch mit der Arm-Hand- und der Ball-Hand-Führung beim Standwurf (Positionswurf): Dabei führt der Spieler den Wurf nicht aus dem Sprung, sondern aus dem Stand aus.
  • Die Landung

  • Nach dem Wurf landet der Spieler stabil auf beiden Beinen, geht dabei leicht in die Knie und bewegt seinen Körperschwerpunkt über die Standfläche, um sofort einen stabilen Stand zu bekommen.
  • Seine Füße, aber auch der Zeige- und Mittelfinger des abgeklappten Handgelenks sind zum Korb gerichtet.
  • Die häufigsten Fehler beim Sprungwurf

  • Das richtige Timing: Eine große Schwierigkeit beim Sprungwurf ist es, Wurf und Sprung zeitlich richtig zu koordinieren. Um das optimale Timing zu erzielen, ist eine Menge Übung nötig. Am Wichtigsten ist es deshalb, dass Sie Geduld haben und das Training progressiv steigern.
  • Die Beinstellung beim Absprung: Um genügend Kraft im Sprung zu entwickeln und gleichzeitig eine optimale Balance zu haben, ist es wichtig, vor dem Absprung schulterbreit zu stehen. Sind die Beine zu breit aufgestellt, kann der Spieler nur schwer reagieren, sind sie zu nah aneinander, leidet die Balance. Um ihre Beinstellung zu optimieren, können Spieler den Sprung zunächst ohne Wurfbewegung üben.
  • Sprungwurf aus der Distanz: Basketballspieler von hinten der die Hände am Basketball ansetzt zum Sprungwurf
    Der Sprungwurf eignet sich, um auch aus der Distanz Punkte zu erzielen.

    Sprungwurf-Variationen

    Es gibt eine Reihe von verschiedenen Sprungwurf-Variationen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die bekanntesten vor.

    Fadeaway Jump Shot

    Eine Variation des Sprungwurfs ist der „Fadeaway Jump Shot“ (von engl. to fade away, zu Deutsch: abebben). Dabei führt der Spieler den Sprung nicht wie üblich nach oben aus, sondern lässt sich beim Sprung nach hinten fallen.

    Der Vorteil: Durch die gezielte Rückwärtsbewegung vergrößert sich der Abstand zu den gegnerischen Verteidigern, die normalerweise nah vor dem Spieler stehen. Der Wurf lässt sich von ihnen über die entstandene Distanz nur noch schwer verteidigen. Für ihren Fadeaway bekannt sind unter anderem die NBA-Spieler Michael Jordan, Kobe Bryant und Dirk Nowitzki.

    Leaning Jump Shot

    Das Gegenstück zum Fadeaway-Sprungwurf ist der „Leaning Jump Shot” (kurz: „Leaner”, zu Deutsch sich neigen). Dabei bewegt sich der Spieler während des Sprungs nicht nach hinten, sondern vielmehr nach vorne.

    Der Vorteil: Die Sprungvariation hilft dem Angreifer, gewissermaßen am verteidigenden Gegner vorbei zu springen oder über ihn hinweg zu springen. Die Vorwärtsbewegung überrascht den Gegner normalerweise, sodass das Abblocken für ihn schwieriger ist. Dem Angreifer folgende gegnerische Verteidigungsspieler lassen sich so außerdem gut abhängen.

    Dadurch, dass sich der Sprung direkt aus dem Lauf ausführen lässt, kann der Spieler außerdem den vorhanden Schwung ausnutzen und direkt in den Wurf übertragen. Am häufigsten wird der „Leaner” als Nahdistanzwurf aus der unmittelbaren Nähe zum Korb geworfen.

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    Turnaround Jump Shot

    Bei der Sprungwurf-Variante „Turnaround Jump Shot“ (von engl. to turn around, zu Deutsch: umdrehen) steht der Werfer in der Ausgangsstellung zunächst mit dem Rücken zum Verteidiger und dreht sich anschließend im Sprung.

    Mit dem Sprung drückt er sich in einer Drehbewegung von seinem Verteidiger weg und wirft den Ball erst dann, sobald er sich um 180 Grad gedreht hat. Michael Jordan hat diese Variante des Sprungwurfs bekannt gemacht.

    Step Back Jump Shot

    Die Variante „Step Back Jump Shot“ (zu Deutsch: Schritt zurück) startet mit einem Schritt nach vorne. Dann bewegt sich der Werfer aber wieder mit einem Schritt zurück auf seine vorherige Position und wirft den üblichen Sprungwurf. Dadurch lässt sich, ähnlich wie beim „Fadeaway Jump Shot“ der Abstand zum verteidigenden Spieler vergrößern.

    Der Vorteil: Durch den Schritt zurück verschafft sich der Werfer genug Raum, um den Sprungwurf von gegnerischen Verteidigern ungestört auszuführen.

    Basketballspieler wirft Sprungwurf
    Mit dem Sprungwurf kann man über die gegnerische Verteidigung hinweg werfen.

    Sprungwurf im Basketball: Übungen & Tipps

    Hier zeigen wir Ihnen die besten Übungen, mit denen Sie den Sprungwurf mit Ihrer Mannschaft trainieren können.

    Als Einstieg: Positionswürfe (Standwürfe)

    Bevor Sie mit dem Training des Sprungwurfs beginnen, sollten Spieler zunächst den Standwurf (Positionswurf) gut beherrschen. Führen Sie zur Einstimmung in das Sprungwurf-Training zunächst ein paar Freiwürfe oder Nah- bis Mitteldistanzwürfe als Positionswurf aus.

    Diese Übung kann als Aufwärmübung dienen, um ein gutes Wurfgefühl für den Ball zu entwickeln. Wie die Spieler den Standwurf technisch korrekt ausführen, sehen Sie in diesen beiden Videos:

    Sprungwurf aus dem Stand

    Als Steigerung können Sie mit Ihren Spielern als nächstes den Sprungwurf aus dem Stand trainieren. Die einzelnen Schritte zum Erlernen der Technik für Anfänger und die wichtigsten Übungen für das Training zeigt das folgende Video des FC Bayern:

    Sprungwurf aus der Bewegung

    Die nächste Schwierigkeitsstufe ist es, den Sprungwurf aus der Bewegung zu üben. Sitzen der Standwurf und der Sprungwurf aus dem Stand bei Ihren Spielern schon gut, können Sie mit dem Training beginnen. Wie sie die Wurfbewegung richtig ausführen und mit welchen Übungen und Tricks Sie Ihr Training progressiv steigern können, zeigt das folgende Video:

    Tipp: Um die Sprungfähigkeit Ihrer Mannschaft dauerhaft zu stärken, sollten Sie die verschiedenen Sprünge und Übungen im Training immer wieder variieren. Für fortgeschrittene Basketballspieler empfiehlt es sich zum Beispiel auch, Hindernisse einzubauen oder die Sprünge durch zusätzliche Belastungen (zum Beispiel mit Gewichten) schwieriger zu gestalten.

    Jetzt heißt es üben, üben, üben …

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