Basketball-Fouls: von technisch bis unsportlich

Foulregeln im Basketball genau erklärt

Schiedsrichter beim Basketball-Foul

Dass der Pfiff eher früher als später kommt, ist sicher. Nur warum? Und mit welcher Konsequenz? Fouls beim Basketball haben unterschiedliche Ursachen und ziehen daher unterschiedliche Strafen nach sich. Lesen Sie hier alles zu persönlichen, technischen, unsportlichen und disqualifizierenden Fouls und den entsprechenden Sanktionen. Dazu gibt es einige der berühmtesten Fouls der Basketballgeschichte.

Inhalt:

  • Wenn der Schiedsrichter die Hand hebt – Basketball-Fouls und Strafen
  • Allgemeine Foulregeln im Basketball
  • Arten und Folgen von Fouls im Basketball im Detail
  • Fouls im Basketball, die Geschichte schrieben
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    Wenn der Schiedsrichter die Hand hebt – Basketball-Fouls und Strafen

    Millisekunden nach dem Kontakt ertönt bereits der Pfiff. So muss es sein, beim Basketball, dem körperlosen Sport; soweit die Theorie. In der Praxis gibt es hingegen diverse Situationen, in denen Kontakt erlaubt ist. Denn am Ende ist Basketball alles andere als körperlos. Stellt jemand seinem Mitspieler einen Block, damit der wiederum leichter an seinem Gegenspieler vorbeikommt, bleibt die Pfeife des Schiedsrichters ebenso stumm wie beim Ausblocken vor dem Rebound.

    Entscheidend ist regelkonformes Verhalten:

    • Block stellende Spieler dürfen sich nicht in den Verteidiger hineinlehnen und beim Kampf um den Rebound ist der Einsatz der Arme verboten. Der Foulpfiff ertönt, sobald sich Spieler anders als im Rahmen der Regeln berühren, sodass ein deutlicher Nachteil für einen Beteiligten entsteht.
    • Das gilt auch beim direkten Duell Verteidiger gegen Angreifer, für das der Handlungsspielraum klar abgesteckt ist.
    • Ebenso verhält es sich bei unsportlichem Verhalten.

    Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, fassen wir die Foulregeln im Basketball konkret und ausführlich zusammen, erklären Unterschiede und zeigen auf, wann welche Strafe folgt.

    Allgemeine Foulregeln im Basketball

    Körperlos ist Basketball nicht, dennoch kennt der Sport viele Foulregeln. Sowohl angreifende als auch verteidigende Spieler können ein Foul begehen. Zudem sehen die Regeln verschiedene Prinzipien vor, die den Rahmen vorgeben, innerhalb dessen sich alle bewegen dürfen.

    Die Verteidigungsposition

    Basis in der Defense ist immer die legale Verteidigungsposition. Dabei positioniert sich der Verteidiger mit Blick zum Gegenspieler zwischen Ball und Korb. Beide Füße berühren den Boden. Versucht der Gegenspieler nun Richtung Korb zu ziehen, darf ihm der Verteidiger mittels schneller seitlicher Schritte den Weg abschneiden. Nicht erlaubt sind der Einsatz der Arme sowie das aktive Suchen von Körperkontakt. Im Grunde muss der Defender immer vor dem Angreifer am jeweiligen Ort sein, um einen Foulpfiff zu vermeiden.

    Technisches Foul beim Basketball
    Basketballspieler kurz vor dem Foul.

    Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie an Ihrem Dribbling arbeiten, um Defender noch besser aus dem Tritt zu bringen.

    Das Zylinderprinzip

    Wie ausladend die Verteidigungsposition eines Spielers sein darf, bestimmt das Zylinderprinzip. Die Idee dahinter: Sowohl Angreifer als auch Verteidiger befinden sich jeweils in einem imaginären Zylinder, dessen Grenzen sie gegenseitig nicht durch eine unerlaubte Bewegung verletzen dürfen:

    • Beim Verteidiger beschreiben die gehobenen Handflächen diesen Rahmen nach vorne. Zudem befindet er sich in der Hocke, weshalb das Gesäß die hintere Grenze zieht. Seitlich übernehmen das die Außenseiten von Armen und Beinen. Dabei darf ein Spieler seine Arme und Hände nur so weit nach vorne strecken, dass sie weder über Knie noch über Füße hinausragen.
    • Der Zylinder des Angreifers mit Ball baut sich nahezu identisch auf. Innerhalb dieser Grenzen muss ihm der Verteidiger gestatten, Basketball-übliche Bewegungen auszuführen – beispielsweise einen Sternschritt, einen Wurf, einen Pass oder das Dribbling –, ohne ihn zu berühren. Gleichzeitig darf der Angreifer seine Bewegungen nicht zu ausladend gestalten. Schwingt er beim Sternschritt beispielsweise einen Ellbogen zu weit in Richtung Verteidiger und trifft ihn innerhalb seines Zylinders, begeht er ein Offensivfoul.

    Das Vertikalprinzip

    Gerade große Spieler verteidigen näher am Korb, um dort mit ihrer Länge den Ring zu beschützen und einfache Korbleger oder Dunks zu verhindern. Ziehen Angreifer nun mit viel Geschwindigkeit Richtung Zone – der markierte Bereich zwischen Grund- und Freiwurflinie –, entsteht dabei schnell ein Kontakt. Der Foulpfiff ertönt jedoch nur, wenn der Verteidiger ein wenig in seinen Gegenspieler hineinspringt. Hebt er dagegen komplett gerade ab, steigt also vertikal in die Höhe, und es kommt dennoch zum Kontakt, bleibt die Pfeife des Schiedsrichters stumm. Wichtig ist dabei, dass auch die Arme gerade nach oben zeigen. Sobald der Defender sie ein wenig nach vorne verlagert und seinen Gegenspieler trifft, begeht er ein Foul.

    Arten und Folgen von Fouls im Basketball im Detail

    Foul ist beim Basketball nicht gleich Foul. Insgesamt unterscheidet der Sport vier unterschiedliche Arten von Fouls, die wiederum unterschiedliche Strafen nach sich ziehen. Persönliche Fouls pfeift ein Schiedsrichter bei einem nicht regelkonformen Kontakt im Rahmen des normalen Bewegungsablaufs. Härtere, nicht Basketball-spezifische Berührungen ziehen unsportliche oder sogar disqualifizierende Fouls nach sich. Zudem gibt es das technische Foul.

    Das technische Foul und seine Folgen

    Das technische Foul hat nichts mit dem eigentlichen Sport zu tun. Es existiert, um Vergehen wie Meckern Richtung Schiedsrichter oder das Berühren der Referees, abfälliges Verhalten wie Gesten oder Abwinken, deutliche Spielverzögerungen oder einen Disput zwischen Gegenspielern zu sanktionieren. Zudem können sich auch Trainer ein technisches Foul abholen.

    Als Konsequenz folgt ein Freiwurf für das gegnerische Team, plus Einwurf an der Mittellinie. Zudem ist das Spiel nach dem zweiten technischen Foul für einen Spieler oder Coach vorzeitig beendet.

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    Zwei Basketballspieler beim Kampf um den Ball.

    Das unsportliche Foul und seine Folgen

    Für Fouls, die den normalen Rahmen verlassen, hat der Basketball das unsportliche Foul. Dabei handelt es sich um ein besonders hartes Foul, das nichts mehr mit einer Basketball-spezifischen Bewegung gemein hat, beispielsweise, um einen Gegenspieler am einfachen Korbleger zu hindern, ohne dabei Aussicht auf den Ball zu haben. Absicht muss immer zugrunde liegen.

    Pfeift ein Schiedsrichter beim Basketball ein unsportliches Foul, erhält die andere Mannschaft zwei Freiwürfe sowie den Ball. Zudem markiert ein zweites unsportliches Foul für den jeweiligen Spieler das vorzeitige Ende der Partie.

    Im folgenden Video werden persönliche und unsportliche Fouls präsentiert:

    Das persönliche Foul und seine Folgen

    Die häufigste Variante bilden im Basketball persönliche Fouls. Sie entstehen aus dem Spiel heraus, können aber auch gepfiffen werden, falls jemand beispielsweise vor einem Einwurf unfair um seine Position kämpft. Darunter fällt alles, was den natürlichen Bewegungsablauf eines Gegenspielers stört. Einen Schlag auf den Arm ahnden Schiedsrichter beim Basketball grundsätzlich mit einem Foulpfiff. Gleiches gilt, wenn der Verteidiger versucht, einen Wurf zu blocken, dabei nach vorne springt und in der Landezone des Gegenspielers aufkommt. Er nimmt ihm die Chance auf eine sichere Landung und erhält daher ein persönliches Foul. Auch Festhalten oder Beinstellen zieht einen Foulpfiff nach sich. Rempeln oder eine Berührung mit dem Knie ist ebenfalls untersagt.

    Ausblocken und Blockstellen – sperren ohne Foul

    Erlaubt ist das Sperren, das sogenannte Blockstellen beziehungsweise Ausblocken des Gegenspielers. Natürlich dürfen dabei aber keine anderen Regeln verletzt werden. Stellt ein Mitspieler seinem Teamkollegen einen Block, damit der leichter in Richtung Korb kommt, positioniert er sich dafür links oder rechts neben dem Verteidiger. Ein Hindernis entsteht. Wichtig dabei ist, dass der Blocksteller stillsteht und sich nicht in die eine oder die andere Richtung lehnt, um seine Fläche zu vergrößern. Auch die Ellbogen darf er nicht zu weit ausfahren. Blockstellen funktioniert auch abseits des Balles. So kann beispielweise ein Team die gegnerischen Spieler blocken und einem guten Schützen einen offenen Wurf freispielen.

    Ausgeblockt wird auch beim Rebound. Dabei geht es schlicht darum, sich die beste Position zu sichern, um den Abpraller vom Ring oder Brett aufzusammeln. Erlaubt ist die Arbeit mit dem Körper. Versucht ein Spieler, seinen Gegner mithilfe der Arme vom Ball fernzuhalten, ertönt der Foulpfiff. Das gilt sowohl für angreifende als auch verteidigende Spieler.

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    Der Unterschied zwischen Offensiv- und Defensivfoul

    Grundsätzlich kennt der Basketball sowohl das Offensiv- als auch das Defensivfoul. Letzteres kommt wesentlich häufiger vor und markiert das Vergehen eines Verteidigers. Ein Offensivfoul pfeifen Schiedsrichter dann, wenn ein Verteidiger Position bezogen hat, und der Angreifer beim Versuch, Richtung Korb zu kommen, in ihn hineinläuft. Dasselbe gilt auch für den Fall, dass er mit der Schulter in den Gegenspieler hineingeht oder ihn beim Zug zum Brett – und auch sonst – mit dem Unterarm aktiv wegschiebt. Steht der Verteidiger dagegen zwar fest in Position, lehnt sich aber leicht in seinen Gegenspieler hinein, da der die Richtung verändert hat, und es kommt zum Kontakt, handelt es sich um ein Defensivfoul.

    Welche Folgen hat ein persönliches Foul beim Basketball?

    Alle persönlichen Fouls eines Spielers werden zusammengezählt – egal ob Offensiv- oder Defensivfoul. Für den einzelnen Spieler bedeutet das gemäß den Regeln der FIBA, dass er nach insgesamt fünf persönlichen Fouls vorzeitig das Feld verlassen muss und nicht mehr zurückkehren kann – in der NBA gilt dies erst nach sechs Fouls. Zudem rechnet der Anschreibetisch (der Tisch, an dem die Vertreter des Kampfgerichts sitzen) alle persönlichen Fouls eines Teams zusammen. Ab dem fünften in einem Viertel erhält die gegnerische Mannschaft bei jedem weiteren Foul automatisch Freiwürfe.

    Freiwürfe gibt es ansonsten nur bei Fouls während eines Wurfversuchs - sowohl beim Sprungwurf als auch beim Korbleger. Wenn der Wurfversuch nicht gelingt, erhält der gefoulte Spieler zwei – bei einem Dreierversuch drei – Freiwürfe. Außerdem gibt es das berühmte „And One”. Dabei hat der Spieler seinen Wurf trotz Foul getroffen und erhält zusätzlich einen Bonusfreiwurf.

    Schiedsrichter nach Basketball-Foul
    Basketball-Schiedsrichter nach einem Foul.

    Folgen eines disqualifizierenden Fouls

    Ein disqualifizierendes Foul ist die Steigerung des unsportlichen Fouls. Ein absichtlicher Tritt. Ein Schlag. Eine Schlägerei zwischen (mehreren) Spielern beider Teams. All das führt zu einem disqualifizierenden Foul, das wiederum das Spiel des Foulenden umgehend beendet. Er muss nicht nur das Feld, sondern auch die Halle schnellstmöglich verlassen.

    Tipp: In unserem Magazin finden Sie weitere interessante Infos zu den Basketballregeln.

    Folgen eines Doppelfouls

    Basketball ist ein sehr schnelles Spiel, bei dem viele Bewegungsabläufe gleichzeitig passieren. Bei diesem enormen Tempo kann es vorkommen, dass zwei Spieler parallel ein Foul begehen. Handelt es sich dabei um ein persönliches Foul, wird es beiden angerechnet. Freiwürfe bleiben dagegen aus. Das gilt auch bei einem doppelten technischen und unsportlichen Foul.

    Bei allem Speed ist Basketball übrigens auch ein Sport der Strategie. Daher stellen wir Ihnen in unserem Magazin ein paar hilfreiche Strategien für Offense und Defense vor.

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    Fouls im Basketball, die Geschichte schrieben

    Manche Fouls sind größer als ihr unmittelbarer Effekt. Sie entscheiden Spiele, vielleicht sogar Finalserien und können Karrieren oder die weitere Entwicklung einzelner Teams unmittelbar beeinflussen. Hier lernen Sie einige der berühmtesten Fouls der NBA-Geschichte kennen.

    Ron Artest foult Ben Wallace… und dann? „Malice at the Palace”

    Er hätte es dabei belassen können. Dass die Indiana Pacers das Spiel 2004 in Detroit gewinnen und damit das berühmte Statement setzen würden, stand nicht mehr zur Debatte. Im Vorjahr hatten die Pistons noch die Playoff-Serie zwischen beiden Teams und danach sogar die Meisterschaft gewonnen. Der Verlauf hatte Wunden hinterlassen. Denn die Pacers waren sicher, selbst den Titel zu holen.

    Indiana hatte dominiert und hätte sich einfach verabschieden, das große Statement mitten auf dem Parket parken können. Ein zusätzliches, kleines wollte Ron Artest dann aber doch noch setzen. Statt Ben Wallace den Layup zu gewähren, packte er unsanft zu. Nun stand Wallace Zeit seiner Karriere jedoch selten im Verdacht, sich allzu viel gefallen zu lassen. Er schubste. Artest schubste. Mitspieler kamen hinzu. Was eigentlich die letzten Sekunden bis zur Schlusssirene hätte schippern können, stand damit unmittelbar auf der Schwelle zum ultimativen Chaos.

    Artest selbst hatte sich dabei mittlerweile auf den Anschreibetisch zurückgezogen. Er wollte runterkommen, sollte er später sagen. Mitten hinein in die selbst verordnete Ruhepause mischte sich jedoch ein Fan. Von der Tribüne schmiss er seinen Bierbecher in Richtung Artest. Verloren war die innere Balance. Artest stürmte auf die Tribüne. Seine Mitspieler Steven Jackson und Jermaine O’Neal folgten kurz darauf. Fans drängten umgekehrt Richtung Spielfeld. Die Schwelle zum Chaos war überschritten und somit war, was später als „Malice at the Palace” in die Geschichte der NBA eingehen sollte, in vollem Gang.

    Eine gefühlte Ewigkeit dauerte es, bis die Pacers den Weg in die Kabine gefunden hatten. Beendet war die Angelegenheit damit allerdings nicht. Die NBA sperrte Artest, Jackson und O’Neal später so lange, dass die Pacers ihre berechtigten Meisterschaftshoffnungen begraben mussten und in dieser Besetzung nie wieder hervorholen konnten. Alles wegen eines harten persönlichen Basketballfouls.

    Im Trailer zur Netflix-Dokumentation über „Malice at the Palace“ erhalten Sie einen ersten Eindruck von den Konsequenzen dieses Fouls:

    Persönliche Fouls im Basketball als Strategie: die Jordan Rules

    “No easy buckets”, heißt es in den USA gern. Keine einfachen Punkte. Auf die Spitze trieben diese Idee Ende der 1980er die Detroit Pistons. Nicht, dass es an Talent gemangelt hätte. Zur Sicherheit fügten die Pistons dennoch eine gewaltige Prise Härte hinzu. Etwas südwestlich, in Chicago, hatte Michael Jordan über die vergangenen Jahre den Titel des am schwersten zu stoppenden Spielers der NBA an sich gerissen. Was fehlte, war die Meisterschaft. Die hatten sich jedoch auch die Pistons als ultimatives Ziel ausgesucht und daher die Idee, Jordan das Punktesammeln so anstrengend wie möglich zu gestalten.

    Wann immer er Richtung Korb zog, empfingen ihn Dennis Rodman, Bill Laimbeer oder Rick Mahorn, um ihn schon mal mit Fouls nahe an der Schwelle zur Unsportlichkeit aus der Luft zu holen. Kein Team verteidigte so hart wie die Pistons. “Bad Boys” nannte man sie. Und diese “Bad Boys” gewannen auch dank ihrer längst legendären Jordan-Rules zwei Meisterschaften – bis die Bulls und Jordan 1991 schließlich einen Weg fanden, der Härte im Zwielicht zwischen Foul und gerade noch kompromissloser Defense zu entkommen.

    Bill Laimbeer und Co. erklären im folgenden Video, wie sie die Jordan Rules eingesetzt haben:

    Ein Stoß und seine Folgen – Robert Horry’s Hüftstoß gegen Steve Nash

    Ein einziges Foul kann im Basketball die „Was wäre, wenn”-Frage in Gang setzen. 2007 zählten die Phoenix Suns zu den spektakulärsten – und besten – Teams der NBA. Steve Nash, ihr kleiner Spielmacher – hier finden Sie Infos zu den Positionen im Basketball –, war gerade zum zweiten Mal zum MVP, dem besten Spieler der Liga, gewählt worden. Nun wartete im Viertelfinale die San Antonio Spurs. Undankbar. Die Spurs besaßen nicht nur Talent, zudem schickten sie diverse Veteranen aufs Feld, die genau in dem Moment, als die Serie kippte, wussten, was zu tun war.

    Im vierten Viertel des vierten Spiels der Serie – San Antonio führte zu diesem Zeitpunkt mit 2-1, vier Siege waren notwendig für den Einzug in die nächste Runde – hatten die Suns gerade einen zweistelligen Rückstand aufgeholt und führten plötzlich selbst. Als Steve Nash nun Richtung Mittellinie dribbelte, machte Robert Horry gar nicht erst Anstalten, eine solide Verteidigungsposition einzunehmen. Stattdessen schickte er Nash per Hüftstoß unsanft Richtung Anschreibetisch.

    Phoenix’ Bank sprang auf, San Antonios blieb sitzen. Entscheidend. Denn da die NBA auch wegen der Vorfälle ein paar Jahre zuvor in Detroit nur Spieler auf dem Feld sehen wollte, die auch wirklich spielten, drohte sie für das Verlassen der Bank harte Strafen an – und verhängte sie auch. Amar’e Stoudemire und Boris Diaw, zwei der besten Spieler der Suns, wurden für das fünfte Spiel gesperrt. San Antonio gewann und sicherte sich in Spiel sechs den Einzug ins Halbfinale.

    In der „What If“-Serie wird durchgespielt, was passiert wäre, wenn Robert Horry Steve Nash nicht gefoult hätte:

    Ein Basketball-Foul als Metapher für eine Rivalität

    Tradition entzweit. Anders lässt sich das Verhältnis zwischen zwei der legendärsten Franchises der NBA-Geschichte kaum erklären. Am Ende hat man sich einfach zu oft getroffen, sich zu viele Titel weggenommen, zu oft gegenseitigen Frust hinterlassen. Gerade während der 80er Jahre verabredeten sich Boston und Los Angeles regelmäßig in den Finals. So auch 1984. Nach drei Spielen führten die Lakers die Serie mit 2-1 an. Zwei Siege fehlten noch zur Meisterschaft. Einer in Spiel vier, und die Partyplaner könnten langsam ihren Dienst aufnehmen.

    Zur Halbzeit sah auch einiges danach aus. Mit zehn Punkten führten die Lakers. Was Boston nur insofern interessierte, als dass von nun an auch der Weg abseits des Regelbuchs als Stilmittel erlaubt war. Drittes Viertel. Immer noch führten die Lakers mit sechs. James Worthy hatte gerade einen schnellen Pass auf Kurt Rambis gespielt, der den leichten Korbleger vor sich hatte. Eigentlich. Denn von hinten legte Kevin McHale seinen Unterarm unsanft um Rambis’ Hals und holte den Laker aus der Luft. Die Rivalität am Siedepunkt. Nur, dass Boston mit den nun folgenden Emotionen besser umzugehen wusste. Die Celtics gewannen das Spiel und nach sieben Spielen auch die Meisterschaft. McHale erhielt trotz aller Härte übrigens nur ein persönliches Foul.

    Im folgenden Video können Sie das Foul von 1984 nachverfolgen:

    Noch mehr Basketball im owayo-Magazin

    Wegen der hohen Geschwindigkeit des Spiels gehören Fouls zum Basketball wie Dreier und Sprungwurf. Sowohl Angreifer als auch Verteidiger greifen hin und wieder unfair ein und können sich dabei persönliche Fouls einhandeln. Sanktioniert werden Fouls beim Basketball durch Freiwürfe, bei Häufung durch Spielausschluss und eventuell durch Ballbesitzwechsel. Das gilt auch für technische, unsportliche und disqualifizierende Fouls.

    Doch Fouls sind nur ein Teil des Basketball-Spiels, die jede Mannschaft gerne vermeiden würde. In unserem Magazin finden Sie noch mehr Basketball-Wissen, von Basketballübungen für zuhause bis Begriffserklärungen von Sprungwurf oder Dunken.

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    Bildernachweis: Titelbild: Ron Alvey / stock.adobe.com, Bild 2: Mariano Pozo Ruiz / stock.adobe.com, Bild 3: milanmarkovic78 / stock.adobe.com, Bild 4: Ron Alvey / stock.adobe.com