eSports-Training: Ernährung und Fitness

Der Boost für Ihre Gaming-Profikarriere

Übergewichtig, unsportlich und ungepflegt – die Klischees über Gamer halten sich hartnäckig. Doch ist das Realität? Wir von owayo haben uns das genauer angesehen und klären für Sie die Frage, wie wichtig Ernährung und Fitness im eSports-Training wirklich sind.

Dicker Mann mit heraushängendem Bauch sitzt auf Couch und hält einen Game-Controller und eine Hantel in den zwei Händen

Kein Level-up ohne gesunde Lebensweise

Schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung schaden der Leistungsfähigkeit und das ist gerade im Wettkampf für eSportler fatal, denn dort entscheiden oftmals wenige Millisekunden über Niederlage oder Sieg.

Insbesondere eine ungesunde Ernährung wirkt sich negativ auf die Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentration der eSportler aus. Auch zu langes Sitzen schadet der Karriere: Sitzen Sie zu lange, baut zum Beispiel Ihre Rückenmuskulatur ab, Sie bekommen Rückenschmerzen und können im schlimmsten Fall Ihren Sport nicht mehr ausüben. Das bedeutet für eSportler oftmals schon in jungen Jahren das Karriereaus. Daher ist es wichtig, dass eSportler ebenso auf ihre Fitness und Ernährung achten wie etwa Fußballer oder Radsportler.

Viele eSports-Profis sind sich dessen bewusst. Pasha von Virtus.pro, ein erfolgreicher CS:GO-Spieler im Profibereich, zeigt zum Beispiel auf seinem Instagram-Profil seinen gesunden Lebensstil:

Fitness-Skills sind im eSports ein Muss

Obwohl die körperliche Fitness im eSports so wichtig ist, betrieben nur 50% aller eSportler 2006 einen Ausgleichssport. Wollen Sie langfristig erfolgreicher CS:GO-, Dota- oder LoL-Spieler werden? Dann suchen Sie sich am besten einen Sport, der Ihnen Spaß macht und gleichzeitig den perfekten Ausgleich für langes Sitzen und starre Bewegungsabläufe beim Videospielen bietet.

Ein Ausgleich ist aus zwei Gründen wichtig:

1. Sie beugen gesundheitlichen Problemen vor.
2. Sind Sie körperlich in sehr guter Verfassung, können Sie im besten Fall auch bei hohem Leistungsdruck im eSports schnell und richtig reagieren.

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Nur mit Sport ist deshalb Ihre Gesundheit gewährleistet und eine lange Karriere als eSportler möglich. Sie suchen noch nach dem passenden Ausgleichssport? Probieren Sie es mit Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball. Auch Laufen oder Radsport kann eine willkommene Abwechslung zum Gaming sein.

eSportler im Fitnesstest

Wie fit muss eigentlich ein Profi-eSportler sein? Benedikt "SaLz0r" Saltzer und Timo "TimoX" Siep, Fifa-Spieler für Vfl Wolfsburg, zeigen es im Leistungstest (ab 11:03 Min.):

Sehnenscheidenentzündung – Berufskrankheit Nr. 1

Er war erst 22 Jahre alt, als er sein Karriereaus verkündete: Hai „Hai“ Du Lam, bekannt als LoL-Spieler für Cloud9. Der Grund? Unter anderem eine Handverletzung. Ein gesundheitliches Problem, das in der Szene nicht selten ist:

Sehnenscheidenzündungen sind die häufigste Berufskrankheit bei eSportlern. Auch das Repetitive-Strain-Injury-Syndrom, auch „Mausarm“ genannt, entsteht durch den übermäßigen Gebrauch der Computermaus und verursacht Schmerzen in der Hand, dem Arm oder der Schulter.

Sind Sie auch eSportler? Um Schmerzen in den Handgelenken vorzubeugen, können Sie diese Übungen machen:

Kraft- und Ausdauertraining für eSportler

Nicht nur die Arme belasten eSportler stark. Die Athleten sitzen teilweise mehrere Stunden am Tag vor dem Bildschirm, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Das geht an die Substanz. Die Folge: Oftmals leiden die eSportler an Rückenschmerzen. Da helfen nur gezielte Kraftübungen.

Neben der Kräftigung der Muskulatur sollten Sie außerdem darauf achten, Ihre Ausdauer zu trainieren. Das beugt Ermüdungserscheinungen beim Wettkampf vor. Betreiben Sie einen Ausgleichssport, hilft Ihnen das zudem beim Abschalten und gegen müde Augen.

Lassen Sie sich am besten von einem professionellen Fitnesstrainer einen Trainingsplan zusammenstellen und beherzigen Sie unsere Trainingstipps, zum Beispiel zur richtigen Lauftechnik oder zur optimalen Trittfrequenz im Radsport. Dennoch gilt: Eine Stunde Sport pro Tag gleicht das lange Sitzen nicht aus. Viel besser ist ein bewegter Alltag. Stehen Sie zwischen den Spielen auf und bewegen und strecken Sie sich:

Achtung: Insbesondere, wenn Sie Schmerzen haben, sollten Sie sich von einem Arzt beraten lassen, welche Übungen Sie ausführen können.

Mannschaftssport stärkt den Teamzusammenhalt

Sport hat nicht nur eine positive Auswirkung auf Ihre Gesundheit, sondern kann auch den Teamzusammenhalt stärken. Also schnappen Sie sich Ihr eSports-Team und testen Sie Teamsportarten wie Fußball, Basketball oder Eishockey. Das bringt Sie als Team auch abseits des Bildschirms näher zusammen, sorgt für gute Stimmung und letztendlich für bessere Teamergebnisse auf Wettkämpfen.

Auch die deutschen eSports-Vereine und Hochschulgruppen wissen, wie wichtig Fitness ist. Deshalb hat Leipzig eSports e.V. die Aktion #gamersindgainer ins Leben gerufen. Einen besonders humorvollen Beitrag dazu lieferte eSports United Karlsruhe:

Mit Buff-Food zu Höchstleistungen

Eine gesunde Ernährung ist wichtig, um in Wettkämpfen Höchstleistungen abrufen zu können, sich gut konzentrieren und schnell reagieren zu können. Deshalb achtet auch Tal „Fly“ Aizik, der Teil des Dota2-Teams Evil Geniuses ist, auf seine Ernährung und Fitness:

Ernährungsgrundsätze

Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es 10 Grundsätze guter Ernährung:

1. Essen Sie viele verschiedene Lebensmittel. Das Klischee, dass Gamer täglich Pizza oder Döner essen, sollten Sie nicht bestätigen.

2. Halten Sie sich an den Grundsatz „5 am Tag“. Das bedeutet, Sie sollten drei Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst essen. Eine Portion entspricht in etwa einer Hand voll. Obst und Gemüse eignet sich auch hervorragend als Snack zwischen den eSports-Trainingseinheiten.

3. Statt zu Weißmehlprodukten sollten Sie lieber zu Vollkorn greifen. Das sättigt länger und enthält mehr Nährstoffe.

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4. Auf Ihrem Speiseplan sollten täglich Milchprodukte wie Käse oder Joghurt stehen. 1-2 Mal pro Woche sollten Sie zu Fisch greifen und wöchentlich nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch essen.

5. Benutzen Sie pflanzliche Fette wie Rapsöl und achten Sie auf versteckte Fette wie in Wurst oder Süßigkeiten.

6. Achten Sie darauf nicht zu viel Zucker und Salz zu sich nehmen. Gerade Softdrinks wie Cola oder Energydrinks sollten Sie nicht übermäßig konsumieren.

7. Greifen Sie statt zu gesüßten Getränken lieber zu Wasser. Die DGE empfiehlt mind. 1,5 Liter pro Tag zu trinken.

8. Damit die Nährstoffe der Lebensmittel nicht zerstört werden, sollten Sie Ihre Mahlzeiten schonend zubereiten.

9. Essen Sie achtsam und nehmen Sie sich Zeit dafür. Vermeiden Sie es, schnell und nebenbei am Computer zu essen.

10. Achten Sie auf Ihr Gewicht. Dabei helfen täglich 30-60 Minuten moderate Bewegung.

Mann mit Gemüse im Arm.
Gemüse und Obst liefern eSportlern Energie für wichtige Matches.

Sie sind sich unsicher? Dann ziehen Sie einen Ernährungsberater hinzu, der Ihnen hilft die richtige Sporternährung für Ihr Training zusammenzustellen.

Nahrungsergänzungsmittel im eSports

Wussten Sie, dass es auch Nahrungsergänzungsmittel für eSportler gibt? Das ist vor allem auf Reisen oder Turnieren praktisch. Die eSportler haben oftmals wenig Zeit und so können Sie mit den Nahrungsergänzungsmittel wichtige Nährstoffe zu sich nehmen – auch ganz bequem beim Videospielen.

Dennoch gilt, dass die Nahrungsergänzungsmittel keine normale Ernährung ersetzen sollten. Ab und an, zum Beispiel auf Wettkämpfen, können Sie Nahrungsergänzungsmittel aber durchaus nutzen. Und wer weiß – vielleicht ist die eSports-Szene in ein paar Jahren so weit professionalisiert, dass jedem Profi-eSportler Ernährungsberater und Köche zur Seite stehen.

Es gibt übrigens auch auf eSports spezialisierte Produkte, zum Beispiel Runtime. Muscle Gaming hat es getestet:

eSports-Trikots – für ein Training On- und Offline

Sie wollen Ihre Fitness-Skills als eSportler verbessern? Dann trainieren Sie in unseren individuell gestaltbaren Gaming-Trikots. Damit machen Sie nicht nur auf Turnieren, sondern auch beim Fitness-Training eine gute Figur.

Bildnachweis: Titelbild: ©gettyimages/YakobchukOlena, Bild: © gettyimages/laflor

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