Über Leidenschaft und Teambuilding im Hobbyradsport

Team KNACK im Interview

Rennradfahren ist Leidenschaft, Lifestyle und manchmal auch ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Wir haben mit dem Münchner Team KNACK über Teambuilding im Radsport und die Saison 2017 gesprochen. Außerdem haben uns die Jungs die besten Radrennen für Hobbyfahrer verraten und erklärt, was am Rothaus RiderMan so besonders ist.

Eindrücke vom RiderMan 2017 mit Team KNACK
Das Team KNACK beim diesjährigen Rothaus RiderMan. ©Team KNACK

Born to Ride: Das Team KNACK
... Die Geburtsstunde des Team KNACK
... Von Pseudo-Professionalität und Teamgeist
... Teambuilding: Das erste gemeinsame Trikot
... Ein langwieriger Designprozess: Kit Numero zwei
Die besten Radrennen für 2018
... Die Saison 2017
... Ein Höhepunkt: der Rothaus RiderMan
Unterwegs mit Team KNACK

Born to Ride: Das Team KNACK

Es ist 21 Uhr. In einem dunklen Hinterhof in München tönt Musik aus einer kleinen Garage. Die Jungs vom Team KNACK sind gerade vom wöchentlichen Training zurück. Jetzt wird erstmal Kaffee aufgesetzt. Zum Aufwärmen. Denn in den Abendstunden ist es auch im September schon ziemlich kalt.

In ihrer circa 20 Quadratmeter großen Teamwerkstatt – von den Jungs auch liebevoll Entwicklungsabteilung genannt – trifft sich das Münchner Hobbyradsportteam regelmäßig. Hier dreht sich alles ums Rennradfahren. Einige der geliebten Räder hängen neben den farbenfrohen Trikots an der Wand. Ein paar Schrauben liegen auf einer hölzernen Ablage. In jeder freien Minute, die die Arbeit zulässt, wird an den Rädern gebastelt. Und nach dem Training lässt man bei einer Tasse Kaffee oder einem Feierabendbierchen die gefahrene Tour Revue passieren. Oder man schmiedet Zukunftspläne.

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Die Geburtsstunde des Team KNACK

Vor ungefähr zwei Jahren schlug die Geburtsstunde des Team KNACK. Lukas Völker, heute Chef des Hobbyteams, und Simon Burko haben sich nach längerer Radsport-Abstinenz wieder zusammengetan und sind einfach losgefahren. Aber natürlich nicht ganz ohne Plan. Denn Lukas wurde die Leidenschaft sozusagen in die Wiege gelegt: Der Vater war begeisterter Rennradfahrer, ebenso wie der Opa. „Früher war nach der Schule immer gleich Tour de France gucken und dann selber fahren gehen angesagt“, erzählt Lukas.

Während des zeitintensiven Architekturstudiums hatte Lukas seine Leidenschaft aus den Augen verloren. „Es war einfach so wenig Zeit und die Interessen lagen woanders“, sagt er heute. Im Berufsleben angekommen, hat ihn das Radsportfieber – das wahrscheinlich nie ganz erloschen war – aber wieder gepackt. Zusammen mit Simon, der schon immer gerne an Fahrrädern gebastelt hat, wurde Opas altes Rennrad in den Originalzustand zurückversetzt und fit gemacht. Außerdem hat Lukas die geliebten Rennräder aus dem Elternhaus zu sich geholt und die Jungs haben sich wieder in den Sattel geschwungen.

Als dann nach kurzer Zeit zwei weitere passionierte Radler und Kollegen vom Gestaltungsbüro Studio KNACK Wind von der Sache bekamen, waren die Münchner Jungs schon zu viert unterwegs: als Team KNACK.

Schrauben am Rad in der Teamwerkstatt
Beim Schrauben in der Teamwerkstatt werden die Räder fit gemacht.

Von Pseudo-Professionalität und Teamgeist

Heute radeln unter der Fahne des Team KNACK acht Münchner Jungs regelmäßig miteinander. Zwei Mal wird unter der Woche trainiert. „Meistens geht dann auch noch am Wochenende was zusammen“, sagt Lukas. Das Wichtigste dabei ist die Leidenschaft. Und natürlich der Spaß. „Mittlerweile sind bei uns auch Leute dabei, die eigentlich erst mal gar nichts mit Radfahren am Hut hatten“, erklärt der Teamchef. Das macht aber gar nichts. „Natürlich gibt’s in jedem Team ein Leistungsgefälle, aber es geht uns ja ums gemeinschaftliche Fahren. Diejenigen, die auch mal Gas geben wollen, können das jederzeit machen. Es wird aber auch immer oben am Berg gewartet.“

In den letzten beiden Jahren hat sich bei den Jungs nicht nur ein starkes Vereinsgefühl, sondern auch eine gewisse „Pseudo-Professionalität“, wie Lukas es gerne nennt, eingestellt. Das bedeutet: Training ist Training. „Wenn ich weiß, dass am Dienstag und Donnerstag Training angesagt ist, dann leg ich mir da auch keine anderen Termine rein“, so der Teamchef.

Den Jungs geht es also primär um den Teamsport. Das heißt: gemeinsam Radfahren, die Landschaft genießen, rausgehen, Sport treiben. Bei den Hausrouten im Perlacher Forst oder rund um Schäftlarn gibt es keinen vorgeschriebenen Trainingsplan. Es kommt immer auf den Tag an: „Manchmal haben einfach alle Bock, richtig zu ballern und manchmal ist die Tour eine krasse Granny-Geschichte. Da wechselt man einfach nur ein bisschen durch und unterhält sich miteinander wie an der Bar“, erzählt Lukas. Aber dennoch hat jeder Fahrer im Team seine ganz individuellen Ziele. „Man will natürlich auch vorankommen, keine Frage. Im Prinzip will man immer morgen besser sein als gestern“, sagt Simon.

Teambuilding: Das erste gemeinsame Trikot

Um ihren Auftritt als Team noch verstärken zu können, haben sich die Jungs zum RiderMan 2016 angemeldet und ihr erstes gemeinsames Trikot machen lassen. Die Entscheidung, am RiderMan teilzunehmen, fiel relativ spontan. „Wir hatten 2016 schon ein bisschen trainiert und wollten unbedingt noch ein erstes Rennen als Team in diesem Jahr fahren. Also habe ich recherchiert und uns zum RiderMan angemeldet“, erzählt Lukas. Von dem Rennen hatten die Jungs vorher zwar noch nichts gehört, aber eines war ganz klar: „Direkt nach der Anmeldung haben wir uns gedacht, dass es sich als Team schon gehört, in der gleichen Klamotte anzutanzen“, sagt Simon. Gesagt, getan.

Das Design des ersten KNACK Trikots ist in einem knalligen Pink mit auffälliger Musterung. Aber das muss bei einem anständigen Kit schließlich auch so sein. Denn leuchtende Farben waren im Radsport eigentlich schon immer ein unangefochtenes Gesetz. Vor allem, wenn man einen Blick auf die 80er und 90er Jahre wirft. „In dieser Zeit gab es ein krasses Hoch im Radsport und alles war etwas bunter und greller“, sagt Lukas. Im Wesentlichen ist er in Sachen Trikotdesign aber der Meinung: „Man muss seine Kollegen beim Rennen gut erkennen können und das Team soll ja auch erkannt werden. Meine Mama hat bei unserem ersten Trikot schon immer von weitem gewusst, dass jetzt der KNACK kommt.“

Ein Design-Vorbild hatten die KNACKs bei der Entwicklung ihres ersten Trikots nicht. Die legendären Kits vom Team Mapei im Tutti-Frutti-Look finden die Jungs allerdings immer noch ziemlich cool, das müssen sie zugeben. Simon und Lukas sind aber auch davon überzeugt, dass es kein perfektes Design gibt. „Im Prinzip sind immer die Sachen interessant, die man noch nie gesehen hat“, sagt Simon. „Wenn man mal einen Blick auf die Radsportgeschichte wirft und schaut, was die Leute anhatten, dann sind die geilsten Trikots eigentlich immer gegen alle Regeln.“

Team KNACK unterwegs
Team KNACK unterwegs im alten Kit. © Team KNACK

Ein langwieriger Designprozess: Kit Numero zwei

Da sich das Team KNACK in den letzten zwei Jahren aber um weitere vier Fahrer – die mittlerweile den harten Kern ausmachen – erweitert hat, war schnell klar: Zum RiderMan 2017 muss ein neues Kit mit Trikot und Hose her. Ein Jahr lang haben die Jungs über 200 völlig verschiedene Trikot-Entwürfe gestaltet, bis endlich klar war, wie das neue Design aussehen soll: ein bisschen cleaner und an den Hauptsponsor Studio KNACK angepasst.

Der langwierige Designprozess klingt ungewöhnlich, ist aber eigentlich nichts Besonderes. Denn: „Trikot-Design ist eine krasse Kunst“, sagt Simon. „Jedes Mal, wenn man ein anderes Team in einem coolen Dress sieht, denkt man sich: Warum haben wir das nicht so gemacht?“

Am wichtigsten an einem Trikot ist aber, da sind sich die Jungs einig, dass man als Team auffällt und ein Statement setzt. Dabei darf man sich selbst nicht allzu ernst nehmen. „Im Kit kann man ruhig auch ein bisschen wie ein Hampelmann oder Paradiesvogel aussehen. Man will ja zeigen, dass Radfahren Spaß macht“, findet Lukas.

Generell haben knallige Farben einen besonderen Wiedererkennungswert und sind sehr repräsentativ für ein Team. „Für meinen Geschmack sollte ein Trikot nicht zu reduziert und nicht zu dunkel sein. Ich sehe das Ganze immer mit einem Augenzwinkern“, meint Lukas. Es gilt jedoch die Devise: Jeder kann im Radsport tragen, was er gerne möchte. „Ich finde nur, man sollte zeigen, dass Radfahren Leidenschaft ist. Und ich meine, ganz ehrlich, wo ist die Leidenschaft bei einem komplett schwarzen Trikot?“

Neues Trikotdesign
Ungefähr 200 Trikot-Entwürfe haben die Jungs vom Team KNACK designt, bis sie endlich ihr neues Trikot entworfen hatten. © Team KNACK

Die besten Radrennen für 2018

Von April bis Oktober 2017 haben die Jungs vom Team KNACK an acht Rennen teilgenommen. „Es gibt verschiedene Hobbyrennen in der Saison, die alle ihren eigenen Reiz haben“, sagt Lukas. Obwohl die Jungs zwar als Team auftreten wollen, ist keiner der Fahrer verpflichtet, sich für ein Rennen anzumelden. „Jeder kann bei uns das Rennen fahren, auf das er Bock hat“, erklärt Simon.

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Die Saison 2017

Wenn man Lukas und Simon fragt, welche Rennen der Saison sich am besten für Hobbyfahrer eignen, wird es knifflig. Denn man merkt, dass jede der 2017 gefahrenen Touren für Team KNACK irgendwie ein Highlight war. Grundsätzlich sind sich die beiden jedoch einig, dass man vor allem als Hobbyfahrer möglichst viele Rennen mit unterschiedlichen Ansprüchen und Gegebenheiten fahren sollte. Einerseits wegen der Erfahrung, andererseits natürlich wegen des Spaßfaktors.

Rennen, für die man eine Lizenz benötigt, fahren die Jungs aber nicht. „Dafür müsste man einem offiziellen Radsportverein beitreten und sich eine Lizenz ausstellen lassen. Man muss zwar kein Profi sein, aber da geht es dann schon hauptsächlich darum, krass zu trainieren und schnell zu sein“, erklärt Lukas. Mit dieser vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ausgestellten Lizenz kann man an allen vom BDR organisierten Radsportveranstaltungen teilnehmen. Das ist dem Team KNACK aber nicht so wichtig.

Über die saisonalen Jedermannrennen, die in Europa von Hobbyfahrern ohne Lizenz gefahren werden können, informieren sich die Jungs im Vorhinein. Dann wird das Jahr entsprechend durchgeplant. Und los geht’s!

Die folgenden drei besten und vielseitigsten Rennen, die das Team KNACK neben dem Rothaus RiderMan in dieser Saison gefahren ist, würden Simon und Lukas jedem ambitionierten Hobbyradsportler auf jeden Fall ans Herz legen.

Team KNACK unterwegs um München
Das Team KNACK unterwegs in München beim wöchentlichen Training. © Team KNACK

Kulmbach

Bei dem kleinen Kriterium-Rennen in Kulmbach – unter Radlern auch als Brauerei Cup bekannt – ist für Lukas vor allem das einzigartige Flair, das an die Anfänge des Radsports erinnert, entscheidend: „Es gibt einen Bratwurststand, der Oberbürgermeister hält eine Ansprache und alle Zuschauer sind wirklich nur wegen den Fahren da. Das macht schon allein wegen der Atmosphäre richtig Bock, auch wenn das Rennen nicht ganz einfach ist.“

Das Rennen ist runtergebrochen auf das Wesentliche, nämlich das Radfahren. Es gibt keine besonderen Gadgets wie einen Transponder, der die Zeit misst, oder Verpflegungsstationen. Dafür stehen alle fünf Runden Punktesprints auf dem Programm. Gewonnen hat der Fahrer, der nach einer gewissen Anzahl an Runden die meisten Punkte gesammelt hat. Eigentlich ganz simpel, aber trotzdem oder gerade deshalb freut sich Lukas jedes Mal wieder aufs Neue, in Kulmbach an den Start zu gehen.

Das Preisgeld ist in diesem Fall auch etwas ganz Besonderes: „Ich habe einen handbeschrifteten Briefumschlag mit 10 Euro und dazu acht Radler bekommen“, grinst der Teamchef.

Eschborn-Frankfurt

Ein absolutes Kontrastprogramm dazu bieten große, professionell aufgezogene Rennen wie zum Beispiel in Hamburg, Berlin oder Frankfurt am Main. „In Frankfurt geht es durch die abgesperrte Innenstadt. Wann hat man denn sonst schon mal die Möglichkeit, mit dem Rad direkt durch die Stadt zu heizen?“, sagt Simon.

Das Rennen Eschborn-Frankfurt ist einerseits als Jedermannrennen, andererseits als Eliterennen ausgelegt. Das bedeutet: Zuerst sind die Hobbyfahrer auf dem abgesperrten Rundkurs unterwegs und später die Profis. „Man kommt an und sieht die fetten Teambusse und die Mechaniker der Profis, die die Räder fit machen. Das ist schon echt krass“, erzählt Lukas.

Team KNACK im Trainingslager in Italien
Team KNACK im Trainingslager zur Vorbereitung auf den Rothaus RiderMan. © Team KNACK

Maratona

„Maratona ist richtig rough“, sagt Lukas. Er ist dieses Jahr bei dem Rennen in den Dolomiten alleine für das Team KNACK an den Start gegangen. „Hier hat man wirklich extreme Pässe und Serpentinen über eine lange Distanz zu bewältigen. Die Strecke ist 138 Kilometer lang und hat einen Höhenunterschied von über 4000 Metern.“ Ohne gezieltes Training also nahezu unmöglich. Lange hat sich der Teamchef für diese Tour, die wahrscheinlich auch ein lang gehegter Kindheitstraum war, vorbereitet. „Im Winter beim Rollentraining habe ich es schon oft verflucht, mich angemeldet zu haben“, gibt er zu.

Ja, hin und wieder steigen die Jungs vom Team KNACK auch mal auf die Rolle. Beim Rollentraining wird das Rennrad auf einer sich drehenden Rolle fixiert, sodass normal getreten und auch problemlos zuhause trainiert werden kann. „Im Prinzip ist das ein Ausgleichstraining. Aber wenn es im Winter schon so früh dunkel wird oder das Wetter schlecht ist, dann ist es oftmals schwierig, outdoor zu fahren“, erklärt Lukas. Für das Rennen in den Dolomiten war dem Teamchef außerdem klar, dass er zusätzlich trainieren muss, um Kondition aufzubauen.

Beim Maratona dreht sich alles um den inneren Schweinehund. Da das Niveau sehr hoch ist und extrem starke Fahrer vorne das Feld dominieren, ist es bei diesem Rennen völlig absurd, als Amateur der Beste zu sein. „Es geht darum, ins Ziel zu kommen. Um nicht vom Rad zu kippen, habe ich mir vorher akribisch aufgeschrieben, wann ich was essen muss.“ Mit Bananen kommt man aber bei einem solch anspruchsvollen Rennen nicht besonders weit. Da hilft nach Lukas Erfahrung nur: „Gels reinpressen und genug trinken.“

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Ein Höhepunkt: Der Rothaus RiderMan

Der Rothaus RiderMan ist ein professionell aufgezogenes, internationales Rennen, das aber auch zusätzlich als Jedermannrennen ausgerichtet ist. Während die Jungs vom Team KNACK das erste Mal 2016 mit vier Fahrern an den Start gingen, waren sie heuer zu siebt im neuen Kit dabei. „Der RiderMan ist schon krass durchorganisiert. Es gibt Begleitfahrzeuge, Verpflegungsstationen und die Zeit wird über einen Transponder gemessen“, erzählt Simon.

Der Rothaus RiderMan ist ein sogenanntes 3-Etappenrennen von Freitag bis Sonntag. Am Freitag steht das Einzelfahren auf Zeit über 16 Kilometer auf dem Programm. Am Samstag und Sonntag folgen die beiden Straßenrennen über 110 und 87 Kilometer. Außerdem können Fahrer als Tagesstarter entweder am Freitag oder am Sonntag mitfahren.

Team KNACK beim Rothaus RiderMan 2017
Team KNACK beim Rothaus RiderMan 2017. © Team KNACK

Die Vorbereitung

„Die beste Vorbereitung auf den RiderMan ist, regelmäßig zweimal pro Woche ins Training zu gehen“, rät Lukas. Bei den wöchentlichen Ausfahrten absolvieren die Jungs meistens zwischen 50 und 70 Kilometer. Wenn sich am Wochenende nochmal eine Gruppe für eine Tour zusammenfindet, wird auch mal über 110 Kilometer oder mehr in die Pedale getreten. Pausen sind beim Training eher unüblich, es wird aber immer ein einheitliches Tempo gefahren oder, wenn ein paar Radler Gas geben wollen, einfach später gewartet.

Zur Vorbereitung auf den Rothaus RiderMan stand bei den Jungs vom Team KNACK noch zusätzlich – vor allem der Abwechslung wegen – ein Trainingslager in Italien auf dem Programm. Trainingslager ist aber nicht gleich Trainingslager. „Für uns bedeutet das in erster Linie Urlaub. Wenn wir ausschlafen wollen, dann machen wir das auch“, sagt Lukas.

Gefahren sind die Jungs in Italien meist bis circa 17 Uhr. „Zwischendurch haben wir Pizza gegessen und Espresso getrunken. Und abends wurde gegrillt und es gab natürlich auch das ein oder andere Bierchen“, erzählt der Teamchef schmunzelnd.

Unter anderem haben die Jungs im Trainingslager auch versucht, sich im Zeitfahren – das eine Etappe beim RiderMan ausmacht – zu verbessern. „Es hat einfach unfassbar viel Spaß gemacht, die Strandpromenade hoch und runter zu düsen“, erzählt Simon. Um sich zeitlich individuell verbessern zu können, haben sie – jeder nach seinem Trainingszustand – regelmäßig über eine kurze, ausgewählte Distanz konstant richtig Gas gegeben. Natürlich immer den Tacho oder Wattmesser im Blick.

Trainingslager
Im Trainingslager ging es vor allem um die Abwechslung zu den heimischen Ausfahrten und die Verbesserung im Zeitfahren. © Team KNACK

Das Rennen

„Wir hatten bestes Radlwetter mit 20 Grad und Sonnenschein. Nur morgens war es etwas frisch“, erzählt Lukas. Die erste Etappe am Freitag – das Zeitfahren – lief für Lukas mit 24:17 Minuten besser als das Jahr zuvor. Trotzdem wäre der Teamchef gerne unter 24 Minuten geblieben. „Zuerst war ich natürlich schon enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Aber als dann die anderen auch im Ziel waren und wir zusammen ein Bierchen in der Sonne auf dem Stadtplatz getrunken haben, waren natürlich alle gut drauf.“

Beim Zeitfahren tritt jeder Teilnehmer für sich an. „Es wird im Abstand von 30 Sekunden wie beim Profisport hintereinander von einer Rampe gestartet. Du kämpfst alleine gegen die Zeit und kannst nicht im Windschatten von jemand anderem fahren. Das ist schon nicht so einfach“, erklärt Lukas. Aber dennoch sind alle Fahrer vom Team KNACK ins Ziel gekommen und waren im Großen und Ganzen zufrieden mit der eigenen Leistung.

Die zweite Etappe am Samstag – auch Königsetappe genannt – gilt als die härteste des ganzen Rennens. Die Strecke ist 110 Kilometer lang und liegt auf knapp 1600 Metern Höhe. Hier fällt normalerweise die Entscheidung, wer den RiderMan gewinnt. „Die meisten von uns haben schon ein bisschen gelitten, bis sie ins Ziel kamen, aber es war auf jeden Fall wieder eine wichtige Erfahrung“, sagt der Teamchef. Auch die Zuschauer am Streckenrand haben tatkräftig Unterstützung geleistet: „Die Leute haben alle Radler krass angefeuert und manche hatten sogar Kuhglocken dabei. Das war richtig cool und natürlich motivierend.“

Am Sonntag, bei der finalen Etappe, haben es die Jungs dann easy angehen lassen und während des Rennens auch mal ein bisschen mit dem ein oder anderen Teilnehmer gequatscht. Schließlich geht es beim Team KNACK ja auch um den Teamgeist – und natürlich um die Party. „Klar will jeder eine gute Leistung bringen, aber wir nehmen das Ganze auch nicht allzu ernst. Das macht nur den Spaß kaputt. Und wenn es ein Bierchen gibt, dann trinke ich doch keinen Eiweißshake“, sagt Lukas.

Auf die Frage, ob die Jungs auch im nächsten Jahr wieder beim Rothaus RiderMan dabei sein werden, gibt es eine klare Antwort: „Auf jeden Fall. Der RiderMan ist für uns eines der besten und organisiertesten Rennen überhaupt“, so der Teamchef.

Teamchef Lukas beim Rothaus RiderMan 2017
Teamchef Lukas beim Rothaus RiderMan: Aufwärmen auf der Rolle vor dem Zeitfahren. © Team KNACK

Unterwegs mit Team KNACK

Seit der Geburtsstunde des Team KNACK vor zwei Jahren hat sich viel getan. Und dennoch wollen die Jungs wachsen, neue Fahrer rekrutieren und vor allem networken.

Beim wöchentlichen Training absolvieren die Fahrer auf ihren Hausrouten circa 50 Kilometer im Perlacher Forst oder Richtung Schäftlarn. Wenn auch Sie Lust haben, einmal mit den Jungs rund um München zu fahren, kommt es aber nicht auf Ihr Rennrad oder Ihr Equipment an: „Jeder, der Bock hat, kann bei uns mitfahren. Keiner wird zurückgelassen. Wir wollen einfach ein bisschen connecten und zusammen Radfahren“, sagt Lukas. Sie wollen mehr über das Team KNACK wissen? Informieren Sie sich direkt über den Instagram-Account der Münchner Jungs.

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